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Pia E. van Nuland stellt in Syke aus: Ist der Mensch Teil der Natur?

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Von: Horst Meyer

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Museumsleiter Nils Meyer mit der Künstlerin Pia E. van Nuland vor einem ihrer farbenfrohen Bilder.
Museumsleiter Nils Meyer mit der Künstlerin Pia E. van Nuland vor einem ihrer farbenfrohen Bilder. © Horst Meyer

„Ich & Natur“: Pia E. van Nuland stellt im Kreismuseum Syke aus. Museumsleiter Nils Meyer hatte ihr in Scheeßel versprochen, sie nach Syke zu holen.

Syke – „Ist der Mensch Teil der belebten Natur, fügt er sich ein?“ ist auf dem Flyer zur seit Sonntag im Kreismuseum zu sehenden Ausstellung zu lesen. Pia E. van Nuland hat diese Frage in das Zentrum ihrer Arbeiten gestellt, die sie bis zum 23. April im Kreismuseum ausstellt.

Pia E. van Nuland arbeitet primär mit Linoldrucken

In erster Linie Linoldrucke, in denen sie versucht, alltägliche Situationen zu interpretieren. Da findet man dann auch schon einmal jemanden, der mit vollen Einkaufstaschen auf dem Parkplatz hinterm Auto erst einmal eine Rast einlegt und sein Smartphone checkt. Von der Idee bis zur Realisation vergehen nach Worten von Nuland schon einmal mehrere Monate.

„Ich arbeite aus Beobachtungen. Mit dem Handy fotografiere ich oftmals Situationen, ohne zu wissen, ob daraus später ein Werk entsteht“, berichtete sie jetzt in einem Pressegespräch während des Aufbaus ihrer Exponate im Sonderausstellungsraum des Kreismuseums. Später bearbeitet sie die Bilder am Rechner und prüft schon einmal, ob sich aus dem Bild ein Linoldruck entwickeln lässt.

Öffnungszeiten des Kreismuseums

Dienstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 12 bis 18 Uhr, Feiertage 14 bis 18 Uhr, Montag Ruhetag

Wer beim Stichwort Linoldruck an den Kunstunterricht in seiner eigenen Schulzeit zurückdenkt, wird beim Betrachten der Bilder feststellen, dass Pia E. van Nuland diese Technik in Perfektion beherrscht. Seit ihrem elften Lebensjahr widmet sie sich dieser Darstellungsform, die heute als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.

Ihre Bilder, auf unterschiedlichen Materialien, von Büttenpapier bis hin zu Baumwollleinwand, mit bis zu zwölf Farben erstellt, lassen das erahnen. Für jede Farbe ein eigener Druckvorgang. Ihre Darstellungsweise hat sie nach Aufenthalten in den USA, in Japan oder auch in den Niederlanden um traditionelle Drucktechniken ergänzt und weiterentwickelt.

Gespräch möglich: Pia E. van Nuland möchte immer wieder die Ausstellung in Syke besuchen

Entstanden ihre älteren Werke noch ausschließlich mit Linoldruckfarben, verwendet sie heute auch Ölfarben. „Diese verleihen den Bildern einen malerischen Eindruck mit leuchtenden Farben“, schildert sie.

Seit zwei Jahren haben sich auch die Dimensionen ihrer Werke verändert. An den Stirnwänden des Ausstellungsraumes findet man Bilder auf Leinwand im Format von etwa 1,5 x 1,0 Meter. Dabei sieht man das gleiche Motiv einmal in leuchtenden Farben und an der gegenüberliegenden Wand in gelblich braunem Sepia.

Nuland bezeichnet sich selbst als „erzählende Künstlerin“. Sie versucht, Alltagssituation darzustellen, die Raum zur Interpretation lassen. In den in Syke ausgestellten Werken findet sich auch immer wieder „ein Fingerzeig zur Erhaltung der Natur“. Auch in dreidimensionalen Bronzefiguren versucht sie diesen Fingerzeig umzusetzen. Ihr Thema ist dabei, „Bewegung in tänzerischer Form darzustellen“.

Museumsleiter Nils Meyer löst mit der Ausstellung ein Versprechen ein, das er Pia E. van Nuland im letzten Jahr an seiner alten Wirkungsstätte gegeben hatte. Nach einer Ausstellung in Scheeßel, versprach er ihr, sie als erste Künstlerin an seine neue Wirkungsstätte einzuladen.

„Die Künstlerin freut sich schon auf regen Austausch mit den Besuchern. Sie wird in Laufe der Ausstellung immer mal wieder vor Ort sein“, ergänzt Meyer. Die Ausstellung ist zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Museums zugänglich.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen; die Arbeiten „bieten Raum für vielerlei Deutungen, es gibt keine klare Antwort“, führt der Prospekt dazu aus. Ab sofort hat jeder Gelegenheit, sich seine eigene Deutung zu erarbeiten.

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