Erika Thoben erhält Kündigung

Palliativstützpunkt: Vorstand trennt sich von Koordinatorin

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Da schien die Welt noch in Ordnung: (v.l.) Silke Stecker, Erika Thoben, Annegret Stieglitz, Petra Brackmann, Joachim von der Osten und Architekt Lars Stürmer am 14. November bei der Vorstellung des Modells für das Sulinger Hospiz.

Sulingen - Von Anke Seidel. Überraschende, schicksalhafte Wendung im Palliativstützpunkt Sulingen: Der Vorstand hat der langjährigen Koordinatorin und Geschäftsführerin Erika Thoben zum 28. Februar gekündigt. Nach Informationen dieser Zeitung treffen sich beide Parteien am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht Nienburg – zur Güteverhandlung. Erika Thoben war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Noch im November hatten sich Thoben, die den Palliativstützpunkt in Sulingen 2013 mit viel Herzblut aufgebaut hatte, und der Vorstand des Trägervereins Schulter an Schulter präsentiert. Anlass: die Vorstellung des Modells für das neue Hospiz, das mit einem Investitionsvolumen von 2,4 Millionen Euro am Sulinger Wiesenweg entstehen soll (wir berichteten). Von den Unstimmigkeiten, die am Ende zur Kündigung führten, war bei diesem Treffen nichts zu spüren.

Auf Anfrage dieser Zeitung begründete Annegret Stieglitz als Vorsitzende des Trägervereins die Trennung mit gravierenden Kommunikationsschwierigkeiten. Genau die hatten demnach zu Irritationen im Informationsfluss und immer wieder zu Klärungsbedarf geführt. „Das Vertrauensverhältnis ist zerstört“, bilanziert die Vorsitzende des Trägervereins und spricht von unterschiedlichen Auffassungen in der Geschäftsführung.

Wirtschaftlich habe sich die Geschäftsführerin nichts zu Schulden kommen lassen, so Silke Stecker als stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins. „In keinster Weise“, fügt sie hinzu. Sie bedauert die Situation. Der Vorstand habe aber auch Verantwortung für die anderen Mitarbeiterinnen zu tragen.

Rieke Rohlfs ist bereits mit einer Vollzeitstelle im Palliativstützpunkt tätig. Bianca Sengün stockt ihre Stelle auf Vollzeit auf, so Annegret Stieglitz. Eine Verwaltungskraft wird noch gesucht.

Der Palliativstützpunkt in Sulingen war rasant gewachsen. Allein in den ersten fünf Monaten waren von dort aus – mit verschiedenen Ärzten und Pflegediensten als Partner – 61 Patienten versorgt worden. Immer wieder hatte Erika Thoben Palliativ-Care-Kurse organisiert, damit Pflegedienste weitere Fachkräfte qualifizieren konnten.

Vernetzt ist der Palliativstützpunkt außerdem mit rund 150 Hospizhelfern in verschiedenen Gruppen im gesamten Landkreis.

Meilenstein in der Arbeit: das geplante Hospiz, das möglichst schon im Frühjahr 2018 eröffnet werden soll. Acht Gästezimmer umfasst das markante Gebäude dann, das Menschen in der letzten Lebensphase ein Rückzugsraum sein soll. Für die Betreuung der Sterbenden ist ein Personalschlüssel von 14 Vollzeitstellen vorgesehen – ebenso eine ärztliche Versorgung rund um die Uhr.

Die Leitung des Hauses soll Petra Brackmann übernehmen, die zurzeit noch die Intensivstation am Sulinger Krankenhaus leitet.

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