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Bockbierfest in Wetschen: „Ohne Maske ist alles besser“

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Von: Jannick Ripking

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Tanzen, feiern, singen, trinken ohne Corona-Regeln: Das war in Wetschen beim Bockbierfest zum ersten Mal nach mehr als zwei Jahren wieder möglich.
Tanzen, feiern, singen, trinken ohne Corona-Regeln: Das war in Wetschen beim Bockbierfest zum ersten Mal nach mehr als zwei Jahren wieder möglich. © Jannick Ripking

Das Bockbierfest in Wetschen war die erste große Zeltparty der Region ohne Corona-Regeln seit zwei Jahren. Die Gäste fanden es gut. Das Gefühl, endlich wieder ausgelassen feiern zu dürfen, ließ etwaigen Ängsten vor einer Infektion keine Chance.

Wetschen – Plötzlich ist alles wieder wie früher: Der vertraute federnde Zeltboden, der Bass, der bis in den Brustkorb zu spüren ist, Karaffen, die kaum mehr auf den Stehtischen Platz finden. Corona gab es in Wetschen für zwei Nächte nicht. Das Bockbierfest zog an beiden Abenden insgesamt weit über 1000 Besucher an, die einfach feiern, tanzen, Spaß haben wollten.

„Was hast du gesagt?“ Patrick, Kacper und Ricky-Joe stehen eng beisammen, müssen aber trotzdem schreien, um sich gegenseitig zu verstehen – und selbst das klappt nicht immer. Was unter anderen Umständen als nervig wahrgenommen wird, ist für die drei Freunde an diesem Abend ein purer Genuss. „Man fühlt sich wieder wie im normalen Leben“, sagt Ricky-Joe, während Kacper einen großen Schluck aus seinem frisch gezapften Pils nimmt. „Der Alkohol schmeckt“, sagt er und grinst. Sie genießen das Fest ohne jegliche Corona-Beschränkungen. „Ohne Maske ist alles besser“, meint Patrick. Ricky-Joe ergänzt: „Man kann endlich wieder Party machen.“ Doch das ist nicht das einzige, worauf sich die drei jungen Männer Anfang 20 freuen: „Man kann auch endlich wieder Frauen kennenlernen“, erklärt Patrick. Der Abend ist noch jung. Sie prosten sich zu – auf neue Bekanntschaften ...

Mannschaftsfahrt: Zwei Jahre ging fast nichts. Deswegen haben die Spieler des SSV Steinbrink die längere Fahrt nach Wetschen in Kauf genommen.
Mannschaftsfahrt: Zwei Jahre ging fast nichts. Deswegen haben die Spieler des SSV Steinbrink die längere Fahrt nach Wetschen in Kauf genommen. © Jannick Ripking

Einige Meter weiter auf der Tanzfläche direkt vor der Bühne, wo die Band Holy Moly Stimmung macht, lässt es sich eine Dreier-Frauen-Gruppe gut gehen. Sie lachen und tanzen, als würde niemand zugucken. Das geht mehrere Lieder so, bis sie offenbar eine Pause brauchen und zur Theke gehen, um sich etwas zu trinken zu kaufen. Jamie bestellt eine Karaffe Wodka-O und drei Gläser dazu. Angelique und Sabrina atmen einmal durch, bevor es für sie gleich wieder auf die Tanzfläche geht. Auch für sie ist das Coronavirus zumindest gedanklich in weiter Ferne. „Endlich ohne Maske“, sagt Angelique: „Ich finde es richtig geil. Man kann hier super abtanzen.“ Sabrina gibt zu, dass sie am Anfang wegen Corona schon noch Zweifel hatte, zum Bockbierfest in Wetschen zu gehen: „Minimale Bedenken hat man immer.“ Sie bereut es nicht, sich für das Feiern entschieden zu haben. „Die Zweifel sind ganz schnell verschwunden“, sagt sie. Wie lange die drei Freundinnen bleiben wollen? „Bis zum Ende“, ruft Angelique.

Etwas verhaltener feiern Leon und Vanessa. Sie halten sich in der Nähe der Theke auf und unterhalten sich. „Ich habe keine Bedenken, hier zu sein“, sagt Leon. „Ich bin genesen.“ Für ihn und Vanessa fühlt es sich nicht komisch an, dass sie unter vielen Leuten sind, aber keine Maske mehr tragen müssen. „Da gewöhnt man sich schnell wieder dran“, meint Leon. „Ich finde es gut und musste nicht lange überlegen, zum Fest zu gehen“, sagt Vanessa.

Bis zum Ende: Sabrina, Jamie und Angelique sind zum Tanzen nach Wetschen gekommen. Bedenken wegen Corona waren bei ihnen schnell wie weggeblasen.
Bis zum Ende: Sabrina, Jamie und Angelique sind zum Tanzen nach Wetschen gekommen. Bedenken wegen Corona waren bei ihnen schnell wie weggeblasen. © Jannick Ripking

Das Bockbierfest ist das erste große Zeltfest der Region, bei dem alle Corona-Regeln gefallen sind. Das blieb auch den Spielern des SSV Steinbrink aus Diepenau nicht verborgen. Sie nahmen die halbstündige Anreise in Kauf, um als Mannschaft wieder gemeinsam feiern zu können. Ausgelassen und fröhlich stehen sie um ihren Stehtisch herum, der mehr als voll ist. „Das ist einfach geil“, ist aus ihren Reihen zu hören. „Wir sind Dorfkinder, wir wollten endlich mal wieder zu einer Zeltfete und deswegen sind wir hier.“

Auf der anderen Seite des Zeltes feiert Harm mit seinen Freunden. Sie machen Späße und lachen zusammen. Zigarettenqualm liegt in der Luft. „Bockbierfest schockt“, ruft Harm, bevor er sich wieder seinem Mixi widmet. Damit bringt er es auf den Punkt und spricht etwas aus, was fast alle Besucher der beiden Tage gedacht haben dürften, denn sie zählen zu denen, die in den Corona-Lockerungen mehr eine Chance als eine Gefahr für die Gesundheit sehen. Die Party in Wetschen hat gezeigt, dass die Menschen sich nach dem Leben, wie es vor der Pandemie war, gesehnt haben – und nun ist es zurück.

Prost: Kacper, Ricky-Joe und Patrick genießen es, beim Bockbierfest nicht auf Abstände oder das Maske-Tragen achten zu müssen.
Prost: Kacper, Ricky-Joe und Patrick genießen es, beim Bockbierfest nicht auf Abstände oder das Maske-Tragen achten zu müssen. © Jannick Ripking

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