Hohe Kraftfahrzeugdichte in der Region: Rechnerisch fährt jeder Erwachsene einen eigenen Wagen

Ohne Auto kommt niemand aus

Jennifer Markwart aus Lahausen (20) lernt Automobilkauffrau im Autohaus Werner in Angelse und würde gern im 200 000 Euro teuren Mercedes SLS eine Runde drehen.

Syke - STUHR/WEYHE/SYKE (pe) · Am 29. Januar 1886 hat Karl Benz das Patent auf den Motorwagen bekommen – 125 Jahre später besitzt fast jeder erwachsene Stuhrer, Weyher und Syker ein eigenes Auto, rechnerisch gesehen jedenfalls.

Die Zahl der Fahrzeuge ist stetig gestiegen. Grafik: Ehmann

Nach Angaben des Straßenverkehrsamtes sind in Weyhe 17 559 Personenwagen zugelassen, in Syke 13 491 und in Stuhr 20 419. Allein in den vergangenen 25 Jahren hat sich der Bestand an Autos im Landkreis Diepholz kräftig verdichtet. Kamen Mitte der 1980er Jahre statistisch gesehen 1 000 Menschen im Landkreis noch mit 550 Fahrzeugen aus, benötigen sie heute 700. Im Bundesvergleich teilen sich aktuell 1 000 Bürger 612 Autos, Laster, Mopeds und Co, in Niedersachsen sogar nur 512. Anders ausgedrückt: In der Region herrscht eine besonders hohe Dichte an Kraftfahrzeugen.

Noch ein paar Zahlen: Vor 30 Jahren waren noch 90 000 Familienkutschen, Traktoren, Motorräder, Lastwagen, Sportflitzer oder Transporter im Landkreis Diepholz zugelassen, heute sind es 150 000.

Leeste vor 80 Jahren: So viele Autos auf einem Fleck waren ein seltener Anblick. Repro: Meyer

Tendenz steigend? Die Deutschen lassen sich von steigenden Kosten für den Kauf und Unterhalt von Autos keineswegs abschrecken, berichtet Stephan Immels vom Kraftfahrtbundesamt in Flensburg. Die Anzahl der Autos pro Kopf werde weiter steigen: Weil die Bevölkerungszahl in den kommenden Jahrzehnten aber wohl deutlich abnimmt, sinke die absolute Anzahl von Autos auf den Straßen, mutmaßen die Experten. Wie sich der Straßenverkehr in Stuhr und im Nordkreis entwickelt, hänge von der Realisierung der Straßenbahnlinie 8 ab, meint Renate Joa von der Agenda-Gruppe „Stuhr mobil“. Mit einem attraktiven Nahverkehr wachse der Anreiz, das Auto stehen zu lassen.

Mit der neuen Grönemeyer-Linie in Stuhr habe sich im Busverkehr schon etwas getan, lobt Renate Joa, und auch das Radwegenetz im Nordkreis könne sich sehen lassen.

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