Öffentliche Sitzung/Fraktionen beraten noch

Kliniken: Kreistag entscheidet Montag

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Zwei plus eins – so lautet offenbar die Strategie, um die Kliniken im Landkreis Diepholz auf eine tragfähige wirtschaftliche Basis zu stellen. Nach unbestätigten Informationen sollen die Kliniken in Bassum und Sulingen zukünftig die starken Säulen in der Krankenhaus-Landschaft bilden. Die Klinik Diepholz dagegen soll, wenn möglich, mit ihren Leistungen passgenau auf die Krankenhäuser im Landkreis Vechta abgestimmt werden.

Offiziell bestätigt ist das zwar nicht. Allerdings deckt sich dieser Plan mit den Kernaussagen des Klinik-Gutachtens (siehe Ausgabe von gestern). Bekanntlich favorisieren die Gutachter das „Zwei-Hauptstandort-Konzept“ und räumen Bassum/Sulingen die besten Optimierungschancen ein. Denn bei dieser Klinik-Kombination könnten 93,3 Prozent aller Landkreisbürger innerhalb von 30 Minuten Fahrtzeit ein Krankenhaus erreichen.

Gleichzeitig empfehlen die Gutachter eine gemeinschaftliche Betrachtung der Kliniken in Diepholz, Lohne, Vechta und Damme. Wenn sie ihre Leistungsangebote optimal untereinander abstimmen, könnten Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit noch gesteigert werden.

Die Kreistagsfraktionen hatten sich am Montag in Barnstorf das Gutachten vorstellen lassen.

Zur aktuellen Sachlage erklärte Landrat Cord Bockhop auf Anfrage: „Wir sind mit Vechta im Gespräch.“ Diese Gespräche zu führen, sei Auftrag des Regionalgespräches mit Staatsekretär Jörg Röhmann gewesen. Daran hatten Politiker und Krankenhausvertreter aus den Landkreisen Diepholz und Vechta teilgenommen. Dieser Auftrag würde jetzt abgearbeitet – wie alle anderen Aufträge auch. Bockhop verwies auf die öffentliche Kreistagssitzung, die am Montag um 15.15 Uhr im Hotel „Zur Post“ in Neubruchhausen beginnt: „Der Kreistag wird entscheiden, wie es weiter geht.“

Auch CDU-Fraktionschef Volker Meyer hielt sich bedeckt: „Ich kann noch nicht viel dazu sagen.“ Viele Fraktionsmitglieder hätten das Gutachten in Barnstorf zum ersten Mal gesehen. Die Fraktion werde am Montag vor der Kreistagssitzung noch einmal beraten, um sich dann auf eine gemeinsame Linie zu verständigen.

Sowohl im Gutachten als auch im Regionalgespräch sei exakt mit denselben Zahlen gearbeitet worden, stellte Meyer zufrieden fest. Damit gebe es eine einheitliche Diskussionsgrundlage. Nur soviel ließ Meyer noch wissen: „Für uns ist das Thema Versorgungssicherheit das entscheidende Kriterium.“ Will heißen: Wichtig ist, das möglichst viele Landkreis-Bürger innerhalb von 30 Minuten Fahrtzeit ein Krankenhaus erreichen können.

Als Fraktionschefin der SPD hielt sich Astrid Schlegel völlig bedeckt. Sie verwies auf die Kreistagssitzung am Montag.

Auch Ulf Schmidt, Fraktionsvorsitzender der Grünen, wollte noch keine Stellungnahme zum Gutachten abgeben – wohl aber zum Regionalgespräch: „Endlich gibt es in dieser Diskussion keine Kreisgrenzen mehr.“ Jetzt würde nach anderen Kriterien miteinander gesprochen. Konsequenz aus dem Regionalgespräch sei, jetzt mit den Vertretern aus dem Landkreis Vechta weitere Gespräche zu führen.

Die Freie Wählergemeinschaft im Landkreis Diepholz will nach dem Fraktionstreffen in Barnstorf noch weiter beraten: „Wir haben am Montag eine Stunde vor der Kreistagssitzung noch eine Fraktionssitzung“, kündigte ihr Vorsitzender Heinz Riedemann an. Mehr wollte er gestern nicht sagen.

Die Gespräche mit Vechta seien dringend, so Dr. Marco Genthe für die FDP-Fraktion. Denn klar sei: „Landkreisgrenzen sind keine Grenzen für die Bürger!“ Viele hätten kein Verständnis dafür, „wenn wir Kirchturmpolitik betreiben würden“. Der ländliche Raum habe unter verschiedenen politischen Entscheidungen ohnehin schon gelitten. Auf keinen Fall dürfe es auch noch zu einer Zwei-Klassen-Versorgung bei den Kliniken kommen: Der ländliche Raum dürfe nicht noch weiter ausbluten.

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