Hunderte Besucher bei Mühlentag-Veranstaltungen in Sudweyhe und Heiligenrode / Alte Technik an frischer Luft

Wo Nixen und Seesterne geboren werden

Während sich die Lütten in Sudweyhe an den Mitbringeln von „Oscars Spielmobil“ erfreuen ...
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Während sich die Lütten in Sudweyhe an den Mitbringeln von „Oscars Spielmobil“ erfreuen ...

Weyhe - SUDWEYHE / HEILIGENRODE · Bei Kaiserwetter haben gestern viele Menschen den Mühlentag in Sudweyhe und Heiligenrode genossen.

Schon am frühen Vormittag war das Mühlengelände in Sudweyhe das Ziel zahlreicher Spaziergänger und Radfahrer. Sie alle versuchten, einen schattigen Platz zu finden, von dem aus sie der Live-Musik lauschen oder den Kindern und Enkeln beim Spielen zuschauen konnten.

Roland Berens, und nach einer Mittagspause das Jörg Seidel-Swing-Trio hatten in der „Konzertmuschel“ Platz genommen. Berens spielte seine zum größten Teil selbst getexteten und arrangierten Lieder auf der Gitarre vor, wobei er sich mit der Mundharmonika begleitete, wenn er nicht gerade selbst sang. Rock- und Blues-Balladen hatte er in seinem Repertoire, darunter auch ein Liebeslied mit dem poetischen Refrain „Das müssen wohl Gefüüüühle sein“.

Eine besondere Attraktion war das Swing-Trio, das bereits seit Jahren namhafte Interpreten als Begleitensemble unterstützt. Gestern bewiesen die drei, dass sie auch ohne Stargast ihre Zuhörer begeistern können. Pianist Joe Dinkelbach, Gitarrist Jörg Seidel und Gerold Donker am Bass zeigten sich als Virtuosen an ihren Instrumenten und unterhielten die Besucher durch ihr Zusammenspiel, mit Interpretationen und humorvoller Moderation.

Auf der Spielweise hatte sich „Oscar“ mit seinem „Spielmobil“ breit gemacht. Brett-, Geschicklichkeits- und Strategiespiele warteten in einer Manege auf Kinder, weckten aber auch in zahlreichen Erwachsenen den Spieltrieb.

Gleich daneben hatte Anke Nesemann unter einem Baldachin eine Tonwerkstatt eingerichtet. Hier konnten Kinder mit farblich unterschiedlichen Keramikmassen kneten und unter dem Motto „Wasserwelten“ Fantasiewesen entstehen lassen. Haie, Nixen und Seesterne wurden geboren, aber auch mehrere „Octopussies“ und andere Unterwasserwesen. „Das sind Wesen, die von den Forschern bisher noch nicht entdeckt wurden“, interpretierte die Stuhrer Künstlerin diese Arbeiten, die die Kinder auch mit nach Haus nehmen konnten.

Wem es zu heiß war, besuchte die Ausstellung „Von der Wellpappe zur Bronze – vom Bild zur Plastik“ von Karin Hirschgänger. Sie präsentierte ihre Werke auf dem etwas kühleren Mühlenboden.

Dank der Pflege der Mühlengemeinschaft dreht sich das Wasserrad in Heiligenrode recht leise. So konnte das Duo Rolf und Frank wie schon in den 16 Jahren zuvor unter seinem weiß-gelb gestreiften Vordach mit einschlägigen Ohrwürmern Stimmung machen.

Aus dem Jahr 1843 stammt die unterschächtige Wassermühle mit noch immer intakten Mahlgängen. Davon konnten sich gestern die vielen kleinen und großen neugierigen Besucher überzeugen. Ihr umfangreiches Wissen um technische Details und den Anbau von Getreide bis zur Ernte und der Weiterverarbeitung gaben die ehrenamtlichen Mitglieder der Mühlengemeinschaft gerne preis.

Wenige Schritte weiter über die Brücke warteten uralte Gerätschaften zur Bodenbearbeitung vor der Mühlenscheune. Heinrich Hüneke und seine Mitstreiter hatten die Dreschmaschine „Original Fortschritt“ und eine alte Handdruckspritze der Feuerwehr an die frische Luft geschoben.

In der Mühlenscheune hatte der Tag wie immer zu Pfingsten mit einem plattdeutschen Gottesdienst begonnen. Erstmalig leitete diesen Pastor Detlef Korsen allein, denn sein Amtsbruder Wilhelm Steffens legte diese Aufgabe in dessen Hände (wir berichteten).

Das Backhaus des Heimatvereins hatte gegenüber ebenfalls die Pforten geöffnet und amüsierte die Besucher mit seiner ungewöhnlichen Beschilderung zwischen Schlafstube und Backhaus-Doppelsitzer.

Gleich um die Ecke wurden kleine Schiffe gebastelt. Friederike Barvendiek konnte sich mit ihrer Assistentin, Tochter Ricarda (15), nicht über mangelnde Nachfrage der kleinen Bootsbauer beklagen. Mit Säge und elterlicher Hilfe vollendeten die Kinder im Trockendock das Werk, um es dann an langer Schnur im Mühlenteich zu Wasser zu lassen. Die Gänsepaare schauten teilweise sogar mit ihrem Nachwuchs vorbei. Das fand auf der Mühlenwiese mit der Aktion rund um den Brandschutz und einem Kasperltheater seine Fortsetzung. „Susi macht Dummheiten“ heißt das neue Stück von Uwe Sitas, der von den beiden Kreisbrandschutzerziehern Sandra Schröfel und Tim Lorentz unterstützt wurde. Die Jugendfeuerwehr sorgte für weiteren Spaß, und die Ortsfeuerwehr zeigte ihre imposante Ausrüstung. · bt/ak

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