Kostenloses Internet

Öffentliches WLAN soll Städte attraktiver machen

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Ein Schild "Hier freies Wlan" weist auf einen Hotspot vom kostenlosen Netzwerk "Freifunk Hildesheim" hin.

Niedersachsen/Bremen - Mit einem kostenlosen Zugang zum Internet sollen niedersächsische Kommunen und Bremen attraktiver für Einwohner und Besucher werden.

Inzwischen gebe es in allen größeren Städten wie Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück öffentliche WLAN-Zugänge, teilte der Sprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, Stefan Wittke, mit. Auch in der Stadt Bremen ermöglichen zahlreiche Hotspots kostenloses Surfen und Mailen. Nach Angaben aus den Wirtschaftsressorts der beiden Bundesländer ist das Angebot ein Service für die Bürger, der den jeweiligen Standort aufwerten soll.

Vielerorts in Niedersachsen gebe es Freifunk-Initiativen, die einen öffentlichen WLAN-Zugang bieten, sagte Wittke. Dazu kämen die Kommunen, die mit einem kostenlosen Internetzugang die Attraktivität der Innenstädte steigern wollten. Für Unternehmen sei WLAN oft ein Mittel zur Kundenbindung. In Bremen sieht es ähnlich aus, wie der Sprecher des Wirtschaftsressorts, Holger Bruns, berichtete. Neben Unternehmen gebe es Angebote vom Land Bremen und einer Freifunkinitiative.

Bruns zufolge unterstützt die Regierung ein Projekt, das den Ausbau von kostenlosem WLAN in der Innenstadt vorantreibt. Bis Ende des Jahres sollen sich Bürger auf den wichtigsten Shoppingstraßen und Plätzen in einem Netz bewegen können. In Niedersachsen sind im aktuellen Haushaltsjahr 100 000 Euro für den Ausbau an offenen WLAN-Zugängen vorgesehen. Damit wurde unter anderem Hardware für die Freifunkinitiativen in Niedersachsen bezahlt.

Zahl der Nutzer unbekannt

Die Zahl der Nutzer ist weder in Bremen noch in Niedersachsen bekannt. "Grundsätzlich kann jeder die angebotenen Hotspots nutzen. Ausgewertete Informationen liegen hierzu nicht vor", teilte Bruns mit. Wittke verwies auf eine Studie des Digitalverbandes Bitkom aus dem Jahr 2015. Demnach gehen 39 Prozent der Internetnutzer unterwegs per WLAN ins Netz. Er gehe davon aus, dass das Angebot vor allem von Menschen genutzt wird, deren Handyverträge kein oder nur ein geringes Datenvolumen vorsehen.

Der Verband der Internetwirtschaft eco sieht in der Entwicklung eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. "Mit der Einrichtung öffentlicher WLAN-Hotspots werden deutsche Städte und Gemeinden für Unternehmen und Bürger gleichermaßen attraktiver", sagte Vorstandsmitglied Oliver Süme laut Mitteilung. Im Vergleich zu anderen Industrieländern sei die Verbreitung offener WLAN-Zugänge allerdings noch gering. "Aber wir gehen mit großen Schritten in die richtige Richtung, um im internationalen Standortvergleich endlich aufzuschließen."

Anbieter von öffentlichem WLAN haben seit kurzem mehr Rechtssicherheit. Im Juni billigte der Bundesrat ein neues Telemediengesetz, das Hotspot-Anbieter schützen soll. Demnach können auch private Betreiber ihr WLAN für andere öffnen, ohne Abmahn-Anwälte fürchten zu müssen. Sie können nicht generell wegen Rechtsverletzungen Dritter haftbar gemacht werden. Mitte September bestätigte ein Urteil des Europäische Gerichtshofs diese Linie. Aber: Bei einer widerrechtlichen Nutzung kann von dem WLAN-Betreiber verlangt werden, dass er den Zugang durch ein Passwort sichert.

dpa

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