Fliegerhorst: Kommandeur-Vorzimmerdame Karin Kähler verabschiedet

„Nicht verzagen, Karin fragen“

Diepholz - (rt) · Neun Regimentskommandeure „wohnten und kämpften“ im Laufe der vergangenen Jahre mit ihr Wand an Wand. Mit mindestens ebenso vielen stellvertretenden Kommandeuren teilte sie sich die Wand auf der gegenüber liegenden Seite. Wer zu den Büros der Diepholzer Regimentsführung vordringen wollte, kam an Karin Kähler nicht vorbei.

Vom Vier-Sterne General bis zum Gefreiten, Politiker, Geschäftsleute und viele andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens spazierten über die Teppichetage geradewegs auf ihren Schreibtisch zu, schüttelten ihre Hand, umarmten sie oder wechselten einfach nur ein freundliches Wort mit der stadtbekannten Vorzimmerdame.

Karin Kähler kennt sie alle, die Gesichter, die Stimmen, die Stimmungen und Gewohnheiten. Kaffee, Tee oder lieber doch ein Wasser? Wenn es mal länger dauerte beim Kommandeur und das Vorzimmer zum Wartezimmer wurde, war die „Managerin“ Karin Kähler – neben ihrer eigentlichen Arbeit – oftmals auch als Unterhalterin gefragt.

Damit ist jetzt Schluss. Karin Kähler zieht es heim zu ihrem Mann Uli, der bereits vor zwei Jahren als Oberstleutnant das Pensionsalter erreichte.

Zum Abschiedsfrühstück überreichten ihre engsten Weggefährten Geschenke und Blumen, es folgte eine lange Abschiedsrede ihres Chefs, Oberst Stefan Lüth, und eine kurze, tränenreiche von ihr selbst.

Wer als letzter redet, hat verloren. Diese Erkenntnis musste Karin Kähler nach den zu Herzen gehenden Worten ihres Kommandeurs mit einem weinenden Auge eingestehen.

Der Oberst lobte sie für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Eigeninitiative, Kreativität und ihr organisatorisches Geschick: „Worte wie geht nicht oder gibt es nicht hatten keinen Platz im Wortschatz von Karin Kähler, ihre Devise hieß stattdessen: nicht verzagen, Karin fragen“, schilderte der Regimentskommandeur die Stärken seiner engsten Beraterin.

Und wenn Karin einmal keinen Rat wusste? Dann griff sie zum Hörer und wählte die Nummer eines Telefonjokers. „Davon hatte sie viele“, so Lüth, „ja, sie pflegte ein ganzes Netzwerk!“ Standortbälle, Weihnachtsmärkte, Truppenbesuche und Feiern jeder Art trugen über viele Jahre ihre Handschrift.

Keine Frage, mit Karin Kähler verabschiedet sich auch ein Stück Regimentsgeschichte aus dem Fliegerhorst. „Da beruhigt es zu wissen“, fuhr Oberst Lüth fort, „dass Karin und ihr Mann am Standort wohnen bleiben.“ Sein Schlusswort: „Bleibt uns treu und bereichert auch zukünftig unser Gemeinschaftsleben am Standort Diepholz. Karin und Uli Kähler, ihr gehört zum Standort und zum Luftwaffeninstandhaltungsregiment 2. Danke, für die schöne gemeinsame Zeit.“

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