Lebensmittelkontrolleur gibt beim Hausfrauenbund Einblick in seine Arbeit

Nicht immer appetitlich, aber lebensnotwendig

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Lebensmittelkontrolleur Martin Hutschenreuter informierte den Diepholzer Hausfrauenbund über seine Arbeit im Landkreis Diepholz. ·

Diepholz - Es gibt wohl appetitlichere Themen als gerade die Information über die Lebensmittelüberwachung. Aber als Fachfrauen für Haushalt, Lebensmittel und Reinlichkeit scheuten sich 70 Damen und Herren vom Diepholzer Hausfrauenbund nicht, hier mit dem Fachmann Martin Hutschenreuter vom Veterinäramt des Landkreises ernsthaft ins Gespräch zu kommen.

In der Tat geht es vom Teller bis zur Toilette, wenn Vorschriften befolgt werden müssen, wie es in Betrieben mit Lebensmitteln in Bezug auf Bevorratung, Kühlung, Zubereitung, Personal und Service vom Erzeuger bis zu Volksfesten, Gaststätten, ja sogar Friseur-, Kosmetik- und Tatoostudios zuzugehen hat.

„Mir macht mein Beruf Spaß“, sagt der gelernte Lebensmittelkontrolleur mit der vorgeschriebenen Ausbildung als Meister einer Lebensmittelbranche und einem dualen Studium zum Lebensmittelkontrolleur. Das überraschte seine Zuhörer, denn in der Darstellung seiner Tätigkeit hat er es oft nicht mit angenehmen, geschweige denn genüsslichen Dingen zu tun. Insgesamt gibt es fünf Kontrolleure und zwei Tierärzte im Lebensmittelbereich, die im Landkreis circa 1 900 Betriebe betreuen und überwachen müssen. Und das in einer Kontrollfrequenz zwischen einem Tag und drei Jahren. 2013 wurden schon 1350 Kontrollen durchgeführt. Es gab 173 Verstöße, von denen 127 geahndet werden mussten. Von 506 Proben wurden 58 beanstandet.

Wie das im Einzelnen aussieht, zeigte Hutschenreuter bildlich. Gut, dass das Kaffeetrinken schon vorüber war, denn das Gezeigte war deutlich gesagt, ekelerregend: Mäusekot, Kakerlaken, unsaubere Spülküchen, Toilettenanlagen, verdreckte Herde und Kühlschränke und so manches mehr, wovon man lieber nicht spricht. Manchmal, so der Kontrolleur, muss auch die Polizei eingeschaltet werden.

Fazit: Es ist ein überaus notwendiger und höchst verantwortungsvoller Dienst am Bürger. Es geht um ihre Sicherheit und Gesundheit. Zu den mitarbeitenden Behörden zählen das Ordnungs-, das Gesundheits- und Zollamt sowie die Polizeidirektion. Grenzsituationen gebe es immer wieder, berichtete der Kontrolleur. Und als gefragt wurde, wie das mit Ständen und Bewirtung auf gemeinnützigen Festen mit Marmeladen, Kuchen, Speisen und Getränken gehandhabt wird, konnte er auch hier auf Vorschriften verweisen.

Bei aller Deutlichkeit war der Vortrag nicht abschreckend, aber doch alarmierend. Es gilt, die Augen auch selber offen zu halten, kritisch zu sein und das auch konsequent im eigenen häuslichen Bereich. Ingrid Riehn und ihr Vorstand bedankten sich für die Offenheit und das Engagement von Martin Hutschenreuter. · hb

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