Entsetzen allein genügt nicht

Entsetzen allein genügt nicht

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Mediengruppe Kreiszeitung

Kommentar von Anke Seidel. Die Fakten sind erschreckend. Förderschüler haben Handicaps, die ihre Chancen auf eine zufriedenstellende Zukunft enorm einschränken. Sie sind zu dick, sehen und hören schlechter als Schüler anderer Schulformen. Zu sportlichen Aktivitäten hat nicht mal ein Drittel von ihnen Zugang. Das bedeutet ein enorm hohes Gesundheitsrisiko, das in der Zukunft im schlimmsten Fall mit immensen Kosten für die Krankenkassen verbunden ist.

Ganz besonders bitter ist, dass zwei Drittel der Förderschüler mit leerem Magen lernen müssen: Nur ein knappes Drittel der Förderschüler bekommt Zuhause ein Frühstück, bevor es in die Schule geht. Ein völlig unhaltbarer Zustand! Absolut verständlich und berechtigt ist deshalb das Entsetzen der Mitglieder im Fachausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales über die Untersuchungsergebnisse des kinder- und jugendärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt. Aber: Neu sind diese Fakten nicht – ebenso wenig wie die Empfehlung, über ein Schulfrühstück in der Förder- und der Hauptschule nachzudenken. Schon vor neun (!) Jahren hatte das die damalige Ärztin im kinder- und jugendärztlichen Dienst, Martina Sappa, gefordert – und die Notwendigkeit immer wieder betont. Politische Betroffenheit allein genügt nicht. Es ist mehr als überfällig, dass der Fachausschuss darüber berät, wie sich ein Schulfrühstück realisieren und die Situation benachteiligter Schüler verbessern lässt: Sie sind die Bürger von morgen. Deshalb geht an dieser Unterstützung kein Weg vorbei.

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