Seit gestern Adventsausstellung auf dem Atelierhof „Scholen 53“ / Drei Gastkünstler

Nicht alltäglich, aber für den Alltag

Kreiszeitung Syke

Scholen - (sis) · Wie hat sie das Muster denn in das Porzellan bekommen? „Das ist antike Spitze. Die ist nach dem Brennen natürlich hinüber“, erklärt Sabine Kratzer freimütig. Antike Spitze, die andere wiederum kaum zeigen mögen, so wertvoll sei sie. Doch die Scholener Keramikerin ist da eher pragmatisch: Das Muster sieht toll aus auf dem englischen Porzellan, aus dem sie Tassen und Vasen gebrannt hat.

Nebenan zeigt sich die globalisierte Welt: Die deutsche Künstlerin hat beim Workshop in Italien dortigen Ton in eine japanischen Formvorlage gebracht und nach einer besonderen Art eines amerikanischen Töpferkollegen gebrannt. Herausgekommen sind Unikate, in denen sich Rauch in die Glasur gesetzt hat.

Der Adventstee zur Adventsausstellung wird allerdings in anderen, ebenfalls handgearbeiteten Unikaten aus der Keramikwerkstatt von Sabine Kratzer serviert. Das Atelier Kratzer/Rasper ist seit gestern und noch bis zum 19. Dezember täglich geöffnet. Die Kundschaft kommt mitunter aus der Nachbarschaft oder von weither: Autokennzeichen von Hamburg bis Dortmund zeigen, wie nachgefragt das Kunsthandwerk der beiden Sabines ist. Buchbindemeisterin Sabine Rasper hat verschiedene Papierbögen kunstvoll bedruckt. Zu schade scheinen sie, um Geschenke darin einzuwickeln, jeder Bogen ein Geschenk an sich. Die Ledereinbände für verschiedene Taschenbücher: Adressen, Notizen, Tagebuch, der Kunde entscheidet. „Reisebegleiter“ hat Rasper in einige eingeprägt. Und, natürlich, auch Reisenotizen kann man in den Heftchen festhalten. Das wunderbar weiche Leder, zum großen Teil Hirschleder, mag man einfach gerne anfassen. Das gilt auch für die gewebten Kunstwerke von Petra Wehmeyer aus Horstmar bei Münster. Edle Seide, flauschiger Mohair: Dunkle Farben oder leuchtende: Wehmeyer hat kunstvolle Muster kreiert. Und dabei gilt für ihre Werke das, was auch für Kratzers Keramik und Raspers Bucheinbände gilt: Es sind Dinge, die man tatsächlich benutzt, keine Staubfänger. So reiht sich auch der preisgekrönte Silberartist Christoph Diemer aus Lilienthal in die Reihe der Gastkünstler: Seine silbernen Becher und Schalen sind so makellos, dass man das Hämmern, das notwendig ist, um die Silberplatten in Form zu bekommen, gänzlich vergisst. Sogar eine Teekanne hat Diemer geschaffen. Dritte Gastkünstlerin ist Frauke Witzke aus Wiesbaden, die Schmuck herstellt. Klare Strukturen und Formen lassen die Materialien besonders edel wirken. Die Ausstellung ist montags bis samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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