Hundeinternat Antonienwald in Wagenfeld bildet Vierbeiner aus / Sechswöchiges Training / Auch Besitzer müssen üben

Neue Vokabeln für Frauchen und Hund

Hundetrainer Nils Höbel hat Paul die ganze Zeit betreut und gut im Griff. Fotos (2): Kanies

Lemfoerde - Von Manuela KaniesWAGENFELD · Ein treuer Blick aus Pauls braunen  Hundeaugen, brav sitzt er neben seinem Frauchen Carolin Schröter und wartet auf sein Lob. „Fein“, freut sich die Besitzerin über das vorbildliche Verhalten ihres sieben Monate alten Vierbeiners. „Das war nicht richtig, das muss brav heißen, nicht fein“, interveniert Hundetrainer Nils Höbel vom Hundeinternat Antonienwald in Wagenfeld. „Das ist ja wie Vokabelnlernen in der Schule“, stöhnt Schröter und wirkt leicht verzweifelt.

Was die „Super-Nanny“ für Kinder ist, sind Hundetrainer, im Fernsehen und in der Realität, für die geliebten Vierbeiner. Auch Carolin Schröter möchte einen gehorsamen Hund, deshalb hat sie Paul ins Hundeinternat nach Wagenfeld gebracht, das deutschlandweit bekannt ist. Dort können nicht nur Hunde während des Urlaubs ihrer Besitzer untergebracht werden, dort werden sie auch „sanft“ und „partnerschaftlich“ ausgebildet, um in ihre Familie artgerecht integriert werden zu können, so das Motto des Internats.

Schröter reiste jetzt aus Hannover an, um ihren Paul wieder mit nach Hause zu nehmen. „In anderen Hundeschulen wurde immer mit Leckerchen geübt, das brachte auf Dauer aber nichts“, erklärt sie ihre bisherigen Versuche, Paul zu erziehen. Sechs Wochen lang wurde der Gordon Setter von Hundetrainer Nils Höbel als Begleithund ausgebildet, nun folgt die Einweisung für das Frauchen. Und das ist mitunter nicht immer einfach. Der Hundetrainer bleibt dabei stets gelassen, ruhig und bestimmt. Er kennt die Schwierigkeit der Hundebesitzer, sich ebenfalls an neue Verhaltensregeln zu gewöhnen. Denn im Hundeinternat wird der Hund zwar ausgebildet, mit ihm klarkommen muss anschließend aber natürlich die Besitzerin. Ein Problem taucht gleich zu Beginn auf, ist der hübsche Setter Paul doch mit jugendlichem Leichtsinn und stürmischer Leidenschaft gesegnet und springt deshalb sein Frauchen zur Begrüßung an. Hier drücken Hundetrainer und Frauchen noch mal ein Auge zu, doch anschließend geht es ans Eingemachte: Nils Höbel demonstriert der Hannoveranerin, wie gut ihr Hund an der kurzen Leine gehorcht. Sitz, Platz und bei Fuß gehen sind kein Problem.

Bis die Freude bei Paul wieder überhand gewinnt, als Carolin Schröter die Führung übernimmt. Anfangs will er gar nicht das tun, was sie von ihm verlangt. Und als es dann doch klappt, stimmt die Verständigung zwischen den beiden nicht. „Fein hat zuviel Ähnlichkeit mit nein“, erläutert Nils Höbel. Da Carolin Schröter aber bereits vor Paul viele Jahre lang einen anderen Setter hatte, den sie immer mit „Fein“ gelobt hat, fällt ihr die Umstellung auf das neue Vokabular schwer. „Die alten Gewohnheiten muss ich erstmal wieder abstellen“, so Schröter.

Aber auch Paul muss alte Gewohnheiten und Instinkte ablegen beziehungsweise unter Kontrolle halten. Gleich zu Beginn des Trainings zeigen Geschäftsführerin des Hundeinternats, Brigitte Balzereit, und Hundetrainer Nils Höbel der Hundebesitzerin per Fernseher, wie brav ihr Paul der Wurstplatte widerstehen kann. „Paul ist mittlerweile so groß, dass er ohne Probleme auf die Tische sehen kann und dann auch gern mal an das Essen geht, wenn keiner hin schaut“, berichtet Schröter. Das hat Höbel ihm aber abgewöhnt: Über den Bildschirm ist sichtbar, dass Paul sich für die Wurst gar nicht mehr interessiert.

Eine Hürde im Haushalt ist also erfolgreich genommen. Im Gelände wird es bei eisigen Temperaturen wieder etwas schwieriger für Hund und Frauchen. Der Hundetrainer ermahnt die Hannoveranerin öfter zu mehr Ruhe und Bestimmtheit. Wichtig seien klare Kommandos und die richtige Reihenfolge. Nach zahlreichen Wiederholungen für Hund und Frauchen gelingt das aber immer besser, so dass Nils Höbel zu weiteren Gehorsamsübungen übergehen kann. Unter anderem das Ignorieren einer Schafherde, das Überqueren einer Straße oder das Passieren eines Tores.

„Die Übungen müssen Sie zu Hause beim Spazierengehen jeden Tag wiederholen, damit Paul nicht in alte Gewohnheiten fällt“, mahnt Höbel abschließend an. Denn sonst hätte sich der Weg nach Wagenfeld ja auch nicht gelohnt.

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