Neue Grabung am Heiligenberg/Bis 2018 vier Schnitte geplant

Schatzsuche mit Maurerkelle

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Die politischen Spitzen des Fleckens und der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen mit (v.l.) Fleckenbürgermeister Peter Schmitz, dem designierten Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann und dem noch amtierenden Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch (r.) unterstützen die Grabung, in dem sie den Einsatz von Johanna Brinkmann finanzieren.

Br.-Vilsen - Von Anke Seidel. Vorsichtig streifen die Maurerkellen der vier Grabungskräfte über den hellen Boden. Millimeter um Millimeter lockern sie die feste Schicht – die Augen fest auf die Erde gerichtet, die einst Fundament des schützenden Walls war: Dem Leben und dem Alltag der Bewohner vor mehr als tausend Jahren ist das Team auf dem Heiligenberg auf der Spur. „Noch haben wir nichts von Menschen Geschaffenes gefunden“, sagt Landesarchäologe Friedrich-Wihelm Wulf. Aber genau das kann sich von Sekunde zu Sekunde ändern.

Denn fest steht, dass schon im neunten Jahrhundert Menschen auf dem Heiligenberg lebten – Sachsen, die zum christlichen Glauben bekehrt waren. Denn eine mächtige Fluchtburg, eine Gewandschließe mit dem Kreuz als Symbol sowie mehr als tausend Jahre alte Scherben hatten die Archäologen bereits vor zwei Jahren gefunden. Ganz zu schweigen von den Spuren, die mehrere Jahrhunderte später die Prämonstratenser auf dem Heiligenberg hinterließen (wir berichteten).

Genau deshalb plant das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege bis 2018 vier weitere Grabungen, um den Geheimnissen des Heiligenbergs auf die Spur zu kommen – und mehr über das Leben der Menschen zu erfahren, die diesen ganz besonderen Lebensraum mit seinen Quellen und natürlichen Wällen über die Jahrhunderte immer wieder nutzten und mit eigenen Händen prägten: Sie machten ihn zu ihrer schützenden Heimat.

Den südlichen Vorwall untersuchen Grabungsleiterin Veronica König und Grabungstechniker Harald Nagel gemeinsam mit Prakikantin Nora Lengner und Studentin Johanna Brinkmann (finanziert von der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen). Vier Meter breit ist der Schnitt durch die kleine, Laien kaum auffallende Erhebung. Auch wenn die Fachleute nach der ersten von insgesamt vier Grabungswochen nur wenig Erdreich abgetragen haben, ist schon klar: Hinter diesem, von Menschenhand geschaffenen Vorwall floss vor mehr als tausend Jahren ein Graben – heute durch die dunkle Farbe des Erdreichs zu erkennen.

Standen auf diesem Wall hölzerne Palisaden? Nutzten die Sachsen damals Steine für das Fundament? Nicht nur Fragen wie diesen gehen die Fachkräfte auf den Grund.

Sie hoffen ebenso darauf, mehr als tausend Jahre alte Alltagsgegenstände zu finden – Schätze, die mehr Licht in das Leben der Sachsen bringen können. „Jeder Feuerstein, den wir finden, wird auf menschliche Bearbeitungsspuren überprüft“, sagt Friedrich-Wilhelm Wulff. „Langsam vortasten“ will sich das Team in den kommenden vier Jahren bei den Grabungen bis zur heutigen Pferdekoppel nahe dem Forsthaus. Denn es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass dort Klosterbauten der Prämonstratenser standen – womöglich sogar ihre Kirche. Darauf lassen Mauerreste schließen und der Fuß eines Kerzenleuchters, der bereits ans Tageslicht gekommen war.

800 Jahre nach der Gründung des Klosters oder Stiftes – also 2018 – plant Friedrich-Wilhelm Wulf zusammen mit dem Historiker Sönke Thalmann ein Symposium auf dem Heiligenberg. Thema: „Die Prämonstratenser in Norddeutschland“. Womöglich gibt es dann neue spannende Fakten aus dem Kloster- oder Stiftsleben und dem Alltag der Sachsen – wenn der Boden neue Funde freigibt.

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