„Schlecker-Frauen“ fühlen sich fit

Neue Arbeit als großer Wunschfür 2013

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Martina Wartenberg. ·

Stuhr - Von Andreas Hapke. Sechs Monate nach der Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker haben zwei ehemalige Mitarbeiterinnen für das Jahr 2013 hauptsächlich einen Wunsch: Sie möchten wieder als Verkäuferinnen arbeiten. Denn die bisherigen Anstrengungen von Martina Wartenberg und Hannelore Schubach waren nicht von Erfolg gekrönt. Die beiden Frauen haben den leisen Verdacht, es könnte an ihrem Alter liegen.

Martina Wartenberg wird in drei Monaten 57 und war Leiterin der Schlecker-Filiale in Brinkum, Hannelore Schubach ist bereits 62 Jahre alt und war zum Schluss in der Geschäftsstelle in Seckenhausen beschäftigt. „Da ist es natürlich nicht so einfach, etwas Neues zu finden. Aber ich fühle mich noch nicht so alt“, sagt Hannelore Schubach, die nach eigener Auskunft „viele Bewerbungen“ geschrieben hat. Einige habe sie sogar persönlich mit dem Fahrrad vorbeigebracht, zum Beispiel am 26. Juni. An das Datum kann sie sich deshalb so gut erinnern, weil sie an dem Tag mit ihrem Drahtesel gestürzt und mit dem Kopf aufgeschlagen ist. Sie hatte einem Auto ausweichen müssen, das von einer Tankstelle gekommen war.

Kein gutes Jahr für Hannelore Schubach, sollte man meinen. Doch die Brinkumerin hat das Beste aus ihrer Situation gemacht: Zurzeit engagiert sie sich ehrenamtlich im Stuhrer Verein Sozius, der sich die Unterstützung kranker und pflegebedürftiger Menschen auf seine Fahnen geschrieben hat. Unter anderem bekocht sie eine erblindete Frau und verdient sich auf diese Weise ein bisschen zum Arbeitslosengeld dazu.

Bei Schlecker war Hannelore Schubach zuletzt in Teilzeit angestellt – anders als Martina Wartenberg, die als Filialleiterin 37,5 Stunden gearbeitet hat. Genau das strebt die Seckenhauserin wieder an, mindestens 35 Stunden sollten es sein. Doch Martina Wartenberg hat die Erfahrung gemacht, dass die Firmen „keine Vollzeit-Leute einstellen wollen“. Vielmehr seien Aushilfen für 15 Stunden oder auf 400-Euro-Basis gefragt.

Nur allzu gerne möchte sie 2013 die Chance haben, „sich vorzustellen und zu zeigen, dass man in Kopf und Körper fit ist“. Bislang hat sie ein einziges Vorstellungsgespräch geführt – eine magere Bilanz nach zwölf schriftlichen Bewerbungen, vielen telefonischen Anfragen und Recherchen im Internet. Bei einer Bäckerei hätte sie von Montag bis Sonntag „arbeitsbereit“ sein müssen. „Damit und mit dem Gehalt hätte ich mich anfreunden können“, berichtet die 56-Jährige. „Aber 24 Tage Urlaub? In meinem Alter brauche ich schon etwas mehr.“

Wenngleich sie bei Schlecker „supergut“ verdient habe, sei sie bereit, Abstriche zu machen. „Aber man muss von dem Gehalt leben können“, betont Martina Wartenberg und fügt hinzu: „Ich verkaufe mich nicht unter Wert. Ich bin gelernte Fachverkäuferin und habe mein Leben lang als Verkäuferin gearbeitet.“ Es ehrt sie, dass sie trotz ihrer momentanen Situation kein schlechtes Wort über ihren ehemaligen Arbeitgeber verliert: „Wir haben bei Schlecker keine schlechten Erfahrungen gemacht und alle gerne dort gearbeitet“, sagt Martina Wartenberg.

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