Anspannung und Wutausbrüche bei erfolgreicher Premiere des „Theaters pur“

Die Nerven liegen blank

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Jeder der Darsteller kann der Täter sein. ·

Leeste - „Man geht in einen Eingang hinein und kommt aus drei Ausgängen heraus“. Die „Besatzung“ der „Teufelsmoor-Klinik“ stand ebenso vor einem Rätsel wie die zahlreichen Zuschauer, die sich die Premiere des Psychothrillers „Der Seelenbrecher“ in der KGS Leeste nicht entgehen lassen wollten.

Das Ensemble des „Theaters pur“ enttäuschte die erwartungsvollen Besucher nicht und präsentierte diese „geistige Schnitzeljagd“ als packende, spannende Unterhaltung.

Schon die „Zutaten“ ließen frösteln: Es geht um drei verschwundene Frauen und einen Patienten, der in die „Teufelsmoor-Klinik“ aufgenommen wird, weil er geistig verwirrt aufgefunden wurde und offenbar sein Gedächtnis verloren hat. Ein Schneesturm und Blitzeis führen zu einem Unfall auf dem Klinikgelände. Allmählich taucht der Verdacht auf, der Täter könne sich in der Klinik befinden. Sofort wird das „Schott“ herabgelassen, die Patienten sind von der Außenwelt abgeschlossen.

Bereits vor Beginn hatte der emsige Hausmeister Dirk Bachmann alias Ralf Stege die Besucher darauf hingewiesen, dass sämtliche Handys ausgeschaltet bleiben müssten, weil es auf dem Gelände ohnehin keine Verbindung gibt.

Nach einem Mordanschlag auf die Psychiaterin Dr. Sophia Dorn (Manuela Rüter) liegen die Nerven blank. Erschreckende Szenen im Halbdunkel und bei Gegenlicht sorgen bei den Gästen für Gänsehaut und spitze Schreie. Die Techniker Arne Suhl und Marco Langer leisteten hier hervorragende Arbeit.

Für den Rettungssanitäter Tom Schadeck (Marco Picklapp) steht der Täter längst fest: „Casper“, der Mann ohne Identität (Christian Haase), zeigt erstaunliche fachärztliche Kenntnisse und begibt sich als einziger relativ unbekümmert auf Spurensuche. Mit seiner „Kodderschnauze“ und mit Unterstützung durch die Klinikschwester Yasmin (Ludowika Kattner) und den Hausmeister sucht er nach einer Lösung, während die Patientin Greta (Margret Hermes) das Problem durch Nachdenken zu lösen versucht.

Erstaunlich ist dabei, wie das angesichts der scheinbar unlösbaren Situation entstandene quälend lange Warten von den Darstellern gemeistert wird, wie durch die Stille die Anspannung steigt und sich in Wutausbrüchen entlädt. Jeder der Darsteller könnte der Täter sein, jeder macht sich durch Gesten oder Worte verdächtig.

Ob die Lösung schließlich den Erkenntnissen der klassischen Psychologie entspricht, sollte nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Fest steht jedenfalls, dass die Theatermacher ein glückliches Händchen bewiesen, als sie sich die Rechte für den Bestseller von Sebastian Fitzek, „Der Seelenbrecher“, sicherten und diesen gekonnt und um zahlreiche Spezial-Effekte“ angereichert, auf die Bühne brachten. · bt

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