„Transformation der Welt zum Besseren“

Nachhaltigkeitswoche: Von globalen Zielen und lokalem Engagement 

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Keine neue Erkenntnis: Was wir lokal in die Luft blasen, hat globale Auswirkungen. 

Es ist unumstritten: Der ökologische Fußabdruck der Menschen und der Wirtschaft muss kleiner werden. Aber wie lässt sich unsere Welt gerechter und ökologisch verträglicher gestalten?  Die diesjährige Nachhaltigkeitswoche rückt Initiativen und Projekte in den Fokus, die sich diesem Ziel verschrieben haben. Auch die Kreiszeitung nimmt die kommenden sieben Tage zum Anlass, sich in der Region umzuschauen, wie ein nachhaltigeres Leben möglich ist. 

Deutschland hat Anfang Mai seine natürlich verfügbaren Ressourcen für das Jahr 2018 aufgebraucht. Das ergaben Berechnungen der Forschungsorganisation Global Footprint. Seitdem leben wir auf Kosten der kommenden Generationen und der Menschen im Süden.

Wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie in Deutschland, dann bräuchte die Weltbevölkerung drei Erden [rund 7,55 Milliarden Menschen, Tendenz steigend]. 

Diese drei Erden haben wir aber nicht. Das Kyoto-Protokoll (1997) hatte durch die erste verbindliche Festlegung auf gemeinsame Klimaschutzziele - wenn auch nur für die Industrieländer - Hoffnung genährt, die Erderwärmung könnte durch die Weltgemeinschaft gelöst werden. Nahezu euphorisch waren Politiker und Kommentatoren auch nach der Weltklimakonferenz in Paris (2015). Nach Monaten und Jahren des Wartens auf Ergebnisse blieb jedoch vor allem Ernüchterung zurück. Einige Ziele wurden erreicht, regelmäßig wird jedoch darauf verwiesen, dass die wichtigsten Ziele bei gleichbleibendem Engagement verfehlt würden. Es stellt sich vielleicht die Frage, ob die globale Gemeinschaft die richtige Gruppierung ist, um den Wandel voranzutreiben. 

Umweltschutz: Was tut sich im Landkreis Diepholz? 

Ein Blick in den Landkreis und die Kommunen zeigt: Umweltschutz geht auch (oder grade) von der Basis aus. Deshalb blickt die Kreiszeitung in den kommenden sieben Tagen auf einige Projekte, die vor der eigenen Haustür umgesetzt werden. Und unsere Reporter hinterfragen ihr eigenes Handeln, denn reden ist immer einfach, aber wie gut lassen die Hinweise sich umsetzen?

Wir legen dabei den Fokus auf die Aspekte Umwelt- und Klimaschutz. Die Themen der kommenden sieben Tage: 

Ein solcher Überblick kann aber nur einen Bruchteil dessen erfassen, was a) tagtäglich geleistet wird und b) nach den Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN) für ein langfristig nachhaltiges Miteinander notwendig ist. Wenn es auch der am häufigsten genannte Faktor ist: Nachhaltigkeit beginnt nicht mit dem 2°-Celsius-Ziel, noch endet es damit. 

Neben dem Klimawandel sind auch Mangelernährung, Zugang zu Wasser und Strom oder die Gleichberechtigung der Geschlechter ganz reale Probleme zahlreicher Menschen. Um Lösungen für die globalen Herausforderungen unserer Zeit zu finden, hat sich die internationale Staatengemeinschaft im September 2015 zum UN-Nachhaltigkeitsgipfels getroffen. Herausgekommen ist eine einzigartige Agenda, die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung". Nicht weniger als die Lebensverhältnisse aller Menschen sollen verbessert und der Planet geschützt werden. Oder wie es der Titel griffig verspricht „Transformation der Welt zum Besseren“. Hierzu wurden 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) mit insgesamt 169 Unterpunkten formuliert. Sie knüpfen an die bisherigen Millennium-Entwicklungsziele an. Der Unterschied: Dieses Mal sollen alle an einem Strang ziehen:  Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten. 

Wie lauten die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele?

  1. Ziel: Armut in jeder Form und überall beenden 
  2. Ziel: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  3. Ziel: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  4. Ziel: Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
  5. Ziel: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen
  6. Ziel: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  7. Ziel: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
  8. Ziel: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschafts­wachstum, produktive Voll­beschäftigung und menschen­würdige Arbeit für alle fördern.
  9. Ziel: Eine belastbare Infra­struktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
  10. Ziel: Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern.
  11. Ziel: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen.
  12. Ziel: Für nachhaltige Konsum- und Produktions­muster sorgen.
  13. Ziel: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klima­wandels und seiner Aus­wirkungen ergreifen (derzeit keine nationalen Daten).
  14. Ziel: Ozeane, Meere und Meeres­ressourcen im Sinne einer nach­haltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
  15. Ziel: Land­ökosysteme schützen, wieder­herstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüsten­bildung bekämpfen, Boden­verschlechterung stoppen und umkehren und den Bio­diversitäts­verlust stoppen.
  16. Ziel: Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nach­haltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschafts­pflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
  17. Ziel: Partnerschaften um Ziele zu erreichen Umsetzungs­mittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wieder­beleben.

Ob die Ziele der Agenda 2030 tatsächlich erreicht werden oder wie weit der Weg dahin noch ist, wird regelmäßig überprüft. An welchen Indikatoren sich Deutschland im internationalen Vergleich messen lassen muss, hat das Statistische Bundesamt in einem Bericht zusammengefasst. 

Eine Woche lang Bewusstsein schaffen

Deutschland, das ist nicht nur der Bund, das sind Landkreise und  Gemeinden, Bürgerinnen und Bürger. Um mehr Bewusstsein und Unterstützung für die Nachhaltigkeitsziele innerhalb der Gesellschaft zu erreichen, knüpft die Europäische Nachhaltigkeitswoche an die Agenda 30 an. Vom 30. Mai bis 5. Juni 2018 sind alle aufgerufen, einen Beitrag zu leisten, damit die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele erreicht werden.

Nehmen Sie mit einem Projekt aus dem Verbreitungsgebiet an den Aktionstagen zur Nachhaltigkeit teil? Schreiben Sie uns gern per Mail an miriam.kern@kreiszeitung.de. Oder finden Sie, eine nachhaltige Welt ist unmöglich? Diskutieren Sie mit uns auf Facebook

mke/ml/dpa

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