Bürgermeister fordert mehr Werbung für Baugebiet in Drentwede / Grundstückseigentümer weist Vorwürfe zurück

Nach vier Jahren noch kein einziger Häuslebauer

Bürgermeister Theo Amelung (rechts) und sein Stellvertreter Lothar Lampe wünschen sich eine bessere Vermarktung des ausgewiesenen Baugebietes am Mühlenweg.

Diepholz - DRENTWEDE (sp) · Vor vier Jahren hat die Gemeinde Drentwede beschlossen, ein Baugebiet am Mühlenweg auszuweisen. Passiert ist auf der Fläche gegenüber des Friedhofs bisher allerdings nichts. Dort, wo schon die ersten Häuser stehen sollten, wird weiterhin Ackerbau betrieben. Ein Zustand, der in Reihen des Gemeinderates auf Unmut stößt.

Bürgermeister Theo Amelung macht in erster Linie Ralf Schwarze dafür verantwortlich, dass die Vermarktung keinen Schritt voran kommt. Verwaltung und Rat hätten den Grundstückseigentümer bereits mehrfach aufgefordert, ein Bauschild an der nahe gelegenen Bundesstraße 51 aufzustellen und für die Grundstücke zu werben. Immerhin könnten auf der 14 100 Quadratmeter großen Fläche insgesamt 22 Bauplätze entstehen.

„Das ist ganz traurig. Wir warten jetzt schon seit 2005, dass dort etwas geschieht“, erklärt Amelung. Damals habe die Gemeinde Drentwede einen Vertrag mit einer Erschließungsgesellschaft geschlossen, die Ralf Schwarze für die Vermarktung der Grundstücke gegründet hatte. Die Fläche sollte dann in zwei Bauabschnitten erschlossen werden.

Für den Bürgermeister ist der Mehrheitsbeschluss des Rates aus heutiger Sicht ein Fehler. Bei der Suche nach einem Baugebiet habe die Gemeinde damals mit dem Holzkrug geliebäugelt. Dort habe ein rund fünf Hektar großes Gebiet mit etwa 50 Bauplätzen zur Verfügung gestanden, das durch Investoren vermarktet werden sollte. Doch dann habe sich der Rat auf den Wunsch von Schwarze eingelassen und das fast eineinhalb Hektar große Privatgrundstück als Baugebiet am Mühlenweg ausgewiesen. Da die Vermarktung in Händen der Erschließungsgesellschaft liegt, hat die Gemeinde nun keinerlei Einfluss.

„Wir haben es nicht in kommunaler Hand und können nichts machen“, bestätigt Verwaltungschef Jürgen Lübbers. Nach Angaben des Landkreises Diepholz sei ein Baugebiet für Drentwede genug, so dass keine andere Fläche ausgewiesen werden könne. Es könne lediglich versucht werden, das Baugebiet zurückzuziehen. Allerdings könne der Eigentümer dann Schadenersatzforderungen geltend machen.

„Beim Holzkrug gab es damals schon zehn Interessierte. Wenn davon einige gebaut hätten, wäre das ein Anfang gewesen“, berichtet der Bürgermeister. Er sorgt sich vor allem um die weitere Entwicklung der Gemeinde. Wenn es keine Neuansiedlungen gebe, habe dies negative Auswirkungen auf das dörfliche Leben. Mehrere Geschäfte und Lokale hätten in den vergangenen Jahren bereits ihre Türen schon geschlossen. Und ohne Familien mit Kindern sei auch die Existenz der Grundschule bedroht. Aufgrund des demografischen Wandels würden die Menschen immer älter, so dass auch den Vereinen langfristig der Nachwuchs fehle.

Den Vorwurf der Untätigkeit oder Blockade will sich Ralf Schwarze nicht gefallen lassen: „Wir sind nach wie vor daran interessiert, Baugrundstücke zu verkaufen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Erschließungsgesellschaft. Aufgrund der Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit sei die Vermarktung im Moment sehr schwierig. Zudem stünden viele Häuser in der Region zum Verkauf, berichtet Ralf Schwarze. An dem Verkaufspreis am Mühlenweg könne es nicht liegen. Mit 29 Euro pro Quadratmeter (voll erschlossen) würden die Kosten durchaus im normalen Bereich liegen.

Laut Schwarze habe es bereits einige Interessenten gegeben, deren Baupläne sich aber aus verschiedenen Gründen zerschlagen hätten. Außerdem habe er einige Male in der Zeitung geworben, aber keine Reaktionen erhalten. Dass die mangelnde Resonanz am fehlenden Schild liegt, glaubt Ralf Schwarze nicht: „Wer in Drentwede bauen will, der weiß, dass es Flächen gibt.“ Im Gespräch mit dieser Zeitung kündigt er allerdings an, im Frühjahr ein Werbeschild aufzustellen.

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