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Twistringen: Grünes Licht für CO2-Ampeln

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Von: Katharina Schmidt

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Bei Grün ist alles in Ordnung, Rot bedeutet: Lüften! Solche Ampeln signalisieren, wann es Zeit ist, die Fenster aufzureißen. Das Bild entstand in einer Schule in Sachsen-Anhalt.
Bei Grün ist alles in Ordnung, Rot bedeutet: Lüften! Solche Ampeln signalisieren, wann es Zeit ist, die Fenster aufzureißen. Das Bild entstand in einer Schule in Sachsen-Anhalt. © Hendrik Schmidt/dpa

Twistringen – Twistringer Schulen haben mobile Luftreinigungsanlagen in Klassenzimmern ausprobiert. Die Geräte sind in dem Praxistest durchgefallen. Besser schneiden im Schulalltag CO2-Ampeln ab, die den Kohlenstoffdioxidgehalt in der Luft messen und rot aufleuchten, sobald es Zeit zum Lüften ist.

Ende Januar hatte der Twistringer Sozialausschuss angesichts der Pandemie dafür gestimmt, die verschiedenen Geräte zu testen. Inzwischen liegen Rückmeldungen von Schülern und Lehrern vor.

Zunächst zu den Luftreinigern: 14 Tage lang haben die Grundschule Am Markt und die Grundschule Heiligenloh die Geräte getestet. „Es ist in der Praxis festgestellt worden, dass die mobilen Luftreiniger sehr laut sind, dass sie dazu auffordern, im Unterricht noch lauter zu reden, und keine erheblichen Vorteile bringen“, berichtet Anke Raven, die im Rathaus den Fachbereich Familien und Soziales leitet. Beide Schulen nehmen von den mobilen Luftreinigungsanlagen Abstand.

Bezüglich der CO2-Ampeln schlagen sie unterschiedliche Wege ein. „Die Grundschule in Heiligenloh hat nach einer Testphase gesagt: Ja, die Ampeln helfen uns, die setzten wir auch weiter ein“, erzählt Raven. Die Grundschule Am Markt findet hingegen: Die Ampeln lenken vom Unterricht ab. Ohnehin hätten sie nur bestätigt, wie gut Lehrer und Schüler bereits lüften.

Die Stadt hat für die Grundschule in Heiligenloh drei CO2-Ampeln bestellt, die Klassen können dann immer mal wieder durchtauschen. Für das Gymnasium hat sie sechs Stück mitgeordert. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf ungefähr 200 Euro pro Ampel. Dank Fördermitteln muss die Stadt nur 20 Prozent davon selber zahlen. Die restlichen 80 Prozent übernimmt das Land.

Stadt: Kitas sollen CO2-Ampeln testen

Die Stadt will an die Kitas herantreten und auch ihnen anbieten, CO2-Ampeln zu testen. In der Pusteblume ergab sich schon die Gelegenheit, ein solches Gerät im Alltag zu erproben. Leiterin Dagmar Beuke-Pölking ist allerdings nicht überzeugt: „Unsere Erfahrung war, dass die Ampel nichts gebracht hat, weil sie nur auf Grün stand und sich nie was verändert hat. Entweder sind wir so super im Lüften, oder sie bringt nichts.”

Eine Grundlage für die politische Diskussion über die CO2-Ampeln und Luftreinigungsanlagen bildete ein Antrag der Grünen. Die Fraktion hatte Ende November gefordert, die Verwaltung möge alle Klassenräume prüfen: Lassen sie sich gut lüften? Sind Luftreinigungsanlagen sinnvoll? Gibt es Fördergelder für solche Anlagen?

Die Verwaltung war, wie damals berichtet, zu dem Ergebnis gekommen: Sämtliche Klassenräume im Twistringer Stadtgebiet ließen sich gut lüften und deswegen gebe für Luftreiniger auch keine Fördermittel. Gleichzeitig hatte sie die geförderten CO2-Ampeln ins Spiel gebracht. Regelmäßiges Lüften mindere nicht nur das Infektionsrisiko, sondern trage zu einem besseren Lernklima bei. Verbrauchte, CO2-gesättigte Luft führe zu Müdigkeitserscheinungen und zu Unkonzentriertheit.

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