Holzbildhauer Marco Wachendorf: Beschäftigung mit dem Material hat etwas „Meditatives“

Nach Krippenfiguren nun die Kür

Kreiszeitung Syke

Schwaförden - (mks) · „Die Aufträge sind fertig, jetzt geht es an meine persönlichen Lieblingsstücke“, sagt Marco Wachendorf. Nach dem Abschluss des „Saisongeschäfts“ – in den letzten Wochen waren Krippenfiguren verstärkt nachgefragt – freute sich der Holzbildhauer kurz vor Weihnachten auf die „Kür“.

Die Lehre in dem seltenen und wenig bekannten Handwerk, die er vor vier Monaten mit der Gesellenprüfung beendete, war für den Schwafördener bereits die zweite. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung zum Werbegrafiker fand Marco Wachendorf in dem „handfesten Beruf“ seine wirkliche Berufung.

Die freie Lehrstelle in Herzebrock-Clarholz bei Gütersloh, wo er seine dreijährige Lehre absolvierte, war ein Glücksfall. Die Holzbildhauer- und Steinmetzwerkstatt „Vielstädte“ ist der einzige Betrieb in Deutschland, der regelmäßig ausbildet.

Die Ausbildung sei sehr vielseitig gewesen, berichtet Marco Wachendorf. Neben Heiligenbildnissen, Haussegen, Familienwappen, Altären und Krippenfiguren fertigte er in seinem Lehrbetrieb Ornamentschnitzereien für Möbel und kunstvolle Bauteile.

Viele interessante Stücke hat er schon während seiner Lehrzeit herstellen dürfen, unter anderem eine dreieinhalb Meter hohe Figur für einen öffentlichen Auftraggeber in Bayern. Oder lebensgroße Tierskulpturen – einen Elch aus Pinienholz oder einen Adler aus Zedernholz – für eine Ranch in Kanada, die über die deutsche Bildhauerinnung einen Holzbildhauer geordert hatte.

Seine persönliche Vorliebe gilt Figuren aller Art. Während seiner Lehrzeit hat er auch Bronzeplastiken hergestellt, sein Lieblings-Werkstoff ist jedoch Linden- oder Eichenholz.

Vorstellungsvermögen und ein handwerkliches „Grundgeschick“ seien Voraussetzungen für seinen vielseitigen und kreativen Beruf. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Material habe es sogar etwas „Meditatives“.

Auch wenn man mit technischen Hilfsgeräten eine Plastik reproduzieren könne, sei doch jede ein Einzelstück – einer der vielen Aspekte seiner Arbeit, die ihn darin bestärken, dass der Beruf der richtige für ihn ist.

Für große Figuren investiert er schon einmal mehrere Tage. „Eine Madonna dauert eine Woche“, sagt er. Es sei nicht so einfach, mit der Holzschnitzerei seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als finanzielle Grundlage für die künstlerische Tätigkeit arbeitet Marco Wachendorf im Raum Minden  als VHS-Dozent und als Werklehrer in einer Schule. Langfristig soll die künstlerische Arbeit mehr Raum einnehmen, sagt der 25-Jährige. Vielleicht werde er sich weiter nach Süden orientieren, wo die Holzbildhauerei stärker verwurzelt ist als in Norddeutschland und „Marien- oder Krippenfiguren klassische Kommunions- und Weihnachtsgeschenke sind.“ Etliche „Spezialaufträge“ hat Marco Wachendorf auch schon für Kunden im Sulinger Land erledigt. „Selbst hier gibt es Leute, die sich nicht mit einer  Plastik-Madonna zufriedengeben“, sagt er schmunzelnd.

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