Urkunde der Regierungsvertretung Hannover bestätigt dem Flecken das Gütesiegel „Luftkurort“

„Es muss nicht der Harz sein“

Ulrike Drotschmann von der Regierungsvertretung Hannover überreichte die Urkunde an Fleckenbürgermeister Peter Schmitz – und zwar im Beisein von (hinten v.l.) Jutta Filikowski vom „TourismusService“, Gemeindedirektor Horst Wiesch, seines Stellvertreters Andreas Schreiber, Rathaus-Mitarbeiterin Cattrin Siemers und Michael Idel von der Regierungsvertretung.

Br.-Vilsen - (ah) · Der Flecken Bruchhausen-Vilsen darf sich weiter und für unbestimmte Zeit mit dem Prädikat Luftkurort schmücken. Die entsprechende Urkunde übergaben gestern Ulrike Drotschmann und Michael Idel von der beim Innenministerium angesiedelten Regierungsvertretung Hannover an Flecken-Bürgermeister Peter Schmitz.

Im Amtsdeutsch ist von der „Reprädikatisierung des Fleckens als Luftkurort“ die Rede. Soll heißen: Um das Gütesiegel zu behalten, hatte die Verwaltung einen neuen Antrag stellen müssen (wir berichteten). Und der sei im ständigen Ausschuss des Innenministeriums „unproblematisch durchgelaufen“, erklärte Ulrike Drotschmann im Sitzungssaal des Rathauses. Der Geltungsbereich umfasst den Kern Bruchhausen-Vilsens inklusive des Naherholungsgebiets Heiligenberg.

Gemeinsam mit Michael Idel sowie den Rathaus-Mitarbeitern Jutta Filikowski und Andreas Schreiber hatte Ulrike Drotschmann den Bereich vom Wasserspielplatz über den historischen Ortskern bis hin zum Ensemble Kurpark/Wiehe-Bad/Vilser Holz inspiziert und dabei einen „stimmigen Gesamteindruck“ festgestellt. So sehr hatte sie Bruchhausen-Vilsen beeindruckt, dass sie wenig später „inkognito“ für einen Kurzurlaub zurückkehrte.

Als „entscheidend“ wertete Idel, dass „nicht nur einzelne Diamanten glänzen“. Im Ortskern etwa sei jeder bemüht, sein kleines Geschäft einzufügen ins Ganze. Gleich der erste Eindruck vermittle Qualität. Er lobte die „gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik. Und offensichtlich scheinen die Bürger mitzuziehen.“ Laut Idel ist das Gütesiegel zwar unbefristet, doch könne sich niemand auf diesen Loorbeeren ausruhen. Die Voraussetzungen seien jederzeit zu erfüllen, was überprüft werde. Darüber hinaus müsse sich der Flecken alle zehn Jahre einer Kontrolle der Luftqualität unterziehen sowie alle drei Jahre das Laves-Gutachten einholen, das Hygieneschädlinge (Ratten) ausschließt. „Rein theoretisch könnte der Bescheid in sechs oder neun Monaten widerrufen werden“, erklärte Idel. Doch das sei in Bruchhausen-Vilsen nicht zu befürchten.

Die Gemeinde habe sich einem Verfahren mit hohen Anforderungen gestellt, betonte Ulrike Drotschmann. Anforderungen, die die Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit des Ortes stärken würden. „Das schafft nicht jeder“, sagte die Referentin und verwies darauf, dass viele Gemeinden auf einen neuen Antrag und somit auf die Reprädikatisierung verzichtet hätten.

Mit dem Anlegen sogenannter Terrainkurwege erfüllt der Flecken bald nachträglich die letzte Voraussetzung für die Erteilung des Siegels. Die Wege ermöglichen das kurmäßig dosierte Gehen auf ansteigenden Strecken. Gutachterin Dr. Dr. Angela Schuh arbeitet zurzeit drei Pfade mit Höhenunterschieden im Vilser Holz aus. Sie haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und sind drei bis sieben Kilometer lang.

„Es muss nicht immer der Harz sein. Auch wir haben Wege, die den Kreislauf in Schwung bringen“, sagte Fleckenbürgermeister Peter Schmitz. Für ihn kommt die Reprädikatisierung aus zweierlei Gründen zur rechten Zeit: Zum einen arbeite die Samtgemeinde an einem Tourismuskonzept, zum anderen gebe es Überlegungen, die Landesgartenschau in die Gemeinde zu holen.

Fleckendirektor Horst Wiesch kündigte an, das Gütesiegel „Luftkurort“ künftig offensiver zu vermarkten. Damit befasse sich der Tourismusausschuss des Fleckens im kommenden Jahr.

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