Felicianusgemeinde sammelt zurzeit Spenden für den Kauf einer Truhenorgel

Musikalischer Holzkasten mit Darmsaiten-Frequenz

Elisabeth Geppert möchte für die Kirchenmusik diese Truhenorgel anschaffen. ·
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Elisabeth Geppert möchte für die Kirchenmusik diese Truhenorgel anschaffen. ·

Kirchweyhe - Von Philipp Köster„Die Leute haben schon gefragt: Ist das ein Harmonium, oder was?“ Ist es aber nicht, sagt Kantorin Elisabeth Geppert. Bei „es“ handelt es sich vielmehr um eine Truhenorgel. Seit Juli steht das Instrument in der Felicianuskirche in Kirchweyhe. Ein norddeutscher Orgelbauer hat es der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Probeweise.

Elisabeth Geppert würde die Truhenorgel aber gerne kaufen. Und darum hat sie schon Spendenaktionen und Konzerte organisiert, bei denen für das 25 000 Euro teure Instrument gesammelt wird: Los ging es mit einem Aufruf im Weihnachtsschreiben der Gemeinde. Weitere Gelder kamen zum Beispiel bei einem 70. Geburtstag und bei einer goldenen Hochzeit dazu. Und am Freitag gibt der Bassbariton Markus Krause ab 19.30 Uhr unter dem Motto „Soli Deo Gloria“ ein Konzert mit seinen Gesangsschülern – zugunsten der Anschaffung der Orgel. Dazu hat sich auch ein Radio-Bremen-Fernsehteam angesagt.

Aber wofür braucht die Gemeinde dieses Instrument? Es gibt doch schon die große Kuhnorgel, die Felicianus vor sechs Jahren angeschafft hat. Geppert: Sie dient zum einen der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste in der Pfarrscheune zur Zeit der „Winterkirche“. Hintergrund: Im Januar und Februar ziehen die Protestanten um, damit sie nicht die große neugotische Kirche heizen müssen. Und das Klavier in der Pfarrscheune genügt nicht mehr den Ansprüchen. Auf Rollen kann man die Truhenorgel relativ unaufwendig rüberschieben.

Zum andern soll die Truhenorgel als Orchesterinstrument für Konzerte eingesetzt werden. Sie wurde es erstmals bei der „Nacht der Chöre“ im Juli beim „Benedictus“ von Joseph Haydn. Auch am Freitag beim Krause-Abend und unmittelbar vor dem Brahms-Requiem am Sonntag, 4. November, erklingt sie wieder, und zwar um die Bach-Kantate „Gott der Herr ist Sonn‘ und Schild“ zu begleiten. Bisher haben sich die Weyher dafür immer eine kleine Orgel ausleihen müssen, und das geht laut Geppert auch ins Geld.

Selbst ein solistischer Einsatz sei denkbar, sagt Elisabeth Geppert. Schließlich ist die Truhenorgel nicht der unscheinbare Holzkasten, wie man vermuten und sie mit einem Harmonium verwechseln könnte. Im Innenleben des elektrisch betriebenen Instruments sind 260 Pfeifen angeordnet, einige sogar liegend. Elisabeth Geppert kann immerhin fünf Register ziehen (bei der imposanten Kuhnorgel sind es 19) und damit viele Klangbilder erzeugen, im „doppelt überblasenen“ Flauto-Register zum Beispiel das einer Querflöte.

Der Korpus besteht aus Eichenholz, 80 Prozent sind zum Teil filigrane Handarbeit des Orgelbauers. So auch die sogenannten Abstrakten, die recht dünnen Verbindungsteile von der Tasatutur zur Windlade. Von dort bekommt die betreffende Pfeife Luft: Ein Ventil öffnet sich und ein Ton wird erzeugt.

Eine Besonderheit dieser Truhenorgel ist, dass der Spieler die Tastatur verschieben kann. Dadurch kann man zum Beispiel die heute übliche 440-Hertz-Frequenz um einen Halbton auf 415 Hertz minimieren, sodass die Orgel auch alte Instrumente begleiten kann, etwa eine historische Geige mit Darmsaiten.

Die Kantorin hofft zum einen, dass am kommenden Freitag nach dem Konzert die erforderliche Summe eingesammelt ist, zum andern, dass der Kirchenvorstand auf seiner Sitzung im Oktober sein Okay für den Kauf dieser Orgel gibt.

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