Ausstellung von Werner-Kühl-Preisträger Andreas Becker im Kreismuseum eröffnet / Titel: „Heavy Metal“

Mit Musik in die Parallelwelt

Andreas Becker, Werner-Kühl-Preisträger 2010, stellt im Ackerbürgerhaus seine Arbeiten aus.

Syke - SYKE (vog) · Er ist künstlerisch noch ein Suchender, studiert im achten Semester an der Hochschule für Künste in Bremen bei Professor Stephan Baumkötter. Er hat das öffentliche Gelände der Kunst gerade erst betreten – mit dem Preis 2010 der Werner-Kühl-Stiftung – aber doch schon erste Meriten verdient. Das künstlerische Schaffen von Andreas Becker liegt durchaus nicht im Verborgenen, bietet die Stiftung den Preisträgern doch eine Einzelausstellung an. Die ist am Sonntag im Ackerbürgerhaus des Kreismuseums unter dem Titel „Heavy Metal“ eröffnet worden.

Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding vollzog zu recht einen Brückenschlag zwischen dem 26-jährigen Becker und dem Namensgeber der Stiftung. Auch der junge Werner Kühl sei in den 1920er Jahren in Zeiten des Expressionismus ein Suchender gewesen. Wie Becker habe auch Kühl in Bremen an der Hochschule studiert. „Das passt also“, sagte Vogeding.

Maria Mathieu, Kuratorin und selbst Künstlerin, ging noch weiter. Der erste Preis der Kühl-Stiftung sei für Becker ein Meilenstein in seinem künstlerischen Schaffen, erklärte sie in ihrer  Einführung.

Sicherlich eine Anerkennung und damit auch ein Anschub für den 26-Jährigen, der zurzeit das Thema „Folie“ in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hat. Alles andere als die einfache Umsetzung einer Idee, ist Folie doch in ihrer Lichtreflexion farb- und facettenintensiv. Becker hat das Wagnis beachtlich gut gestemmt. Er beherrscht eine Maltechnik, die die Feinheiten der Vorlage in allen Einzelheiten aufnimmt, umsetzt und das Neue aus dem Dunst der einfachen Wiedergabe herausführt. Seine gemalten Alu-Objekte haben das Zweidimensionale verlassen. Der Betrachter ist stets geneigt, nach den neuen Räumen in den Bildern zu greifen.

Der 26-Jährige tummelt sich malerisch gekonnt zwischen den Licht- und Schattenspielen seiner schillernden Folien. Dabei eröffnet er andere Sichtwelten, indem er farblich experimentiert und das Metallisch-Dunkle durch Braun- und Gelbtöne vergoldet. Der Kuratorin blieb es vorbehalten, das Geheimnis des Titels „Heavy Metal“ zu lüften. Der hat in der Tat etwas mit Musik zu tun, die Becker während seiner Arbeit hört. Da es in der Hochschulklasse hektisch und laut zugeht, schirmt sich der 26-Jährige während des Malens mit Kopfhörern gegen seine Umwelt ab. Und was hört der junge Mann? Metallica vielleicht? Nein, klassische Cello-Musik. Eine Parallelwelt, die unter Künstlern nicht ungewöhnlich ist und keinen Widerspruch zum Tun bedeuten muss. Man darf gespannt sein, auf welche Reise sich dieser junge Maler noch begeben wird.

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