Schließung der Volksbank-Filiale: Affinghäuser machen ihrem Ärger Luft / Bemühen um Geldautomaten

„Müssen merken, dass Leute sauer sind“

In der Geschäftsstelle Affinghausen gehen nach dem Umbau in Sudwalde die Lichter aus – da gaben sich die Versammlungsteilnehmer keinen Illusionen hin.

Sulingen - AFFINGHAUSEN (ab) · Angesichts der geplanten Schließung der Volksbank-Geschäftsstelle in Affinghausen hatte eine Gruppe von Einwohnern die Bürger und Kunden eingeladen, ihren Unmut, aber auch Ideen für das weitere Vorgehen zu äußern.

Davon machten rund 40 Teilnehmer am Donnerstagabend im Jugend- und Sporthaus rege Gebrauch. Unisono kritisierten sie, dass der Vorstand der Volksbank eG, Sulingen, den Gemeinderat, die Kunden, die Mitglieder, deren Vertreter und dem Vernehmen nach auch das Personal der Geschäftsstelle vor vollendete Tatsachen gestellt hatte, ohne vorher das Gespräch zu suchen. Bereits in der kommenden Woche soll der Umbau der Geschäftsstelle in Sudwalde beginnen, wo künftig auch die jetzt in Affinghausen eingesetzten Mitarbeiter tätig sein werden (die Kreiszeitung berichtete).

Mitgliedervertreter gaben in der Versammlung über ihren Kenntnisstand Auskunft und beantworteten Fragen. Dass von ihnen kein Votum zur Zukunft der Geschäftsstelle eingeholt worden war, sei vom Ablauf her korrekt, stellte Bürgermeister Friedrich Schöne fest – „aber so kann man mit den Mitgliedern nicht umgehen.“ Er habe nach dem Rückzug der Kreissparkasse aus Affinghausen vor drei Jahren vermutet, dass die Volksbank irgendwann ihre Filiale in Sudwalde schließen würde. „Aber der Gedanke war wohl: Wenn die Affinghäuser Kunden vor Ort keine Alternative haben, dann bleiben sie bei uns.“ Dem vierköpfigen Team, für das nun der Umbau in Sudwalde die Räumlichkeiten bereitet, hätte das Volksbankgebäude in Affinghausen problemlos Platz geboten, war aus der Versammlung zu hören – man war sich allerdings einig, dass der Zug abgefahren ist. Es gelte aber Druck auf die Volksbank auszuüben, zeitnah für eine Folgenutzung des Gebäudes zu sorgen.

Die Zusammenlegung der Geschäftsstellen erfolge nach rein wirtschaftlichen Kriterien und widerspreche damit dem genossenschaftlichen Auftrag der Volksbank, ihren Mitgliedern zu dienen, befand ein Bürger. „Die müssen merken, dass die Leute nachhaltig sauer sind“ – diese Forderung wurde mehrfach erhoben. Zwar ließen sich nicht alle Bindungen zur Volksbank einfach durch einen Anbieterwechsel kappen, vorgeschlagen wurde aber, beispielsweise durch das Kündigen von Versicherungen, der Chefetage ein klares Signal zu senden oder sich einer Direktbank zuzuwenden. Dass die Mitarbeiter vor Ort nicht als „Blitzableiter“ missbraucht werden dürfen, darüber bestand Einigkeit.

Die Möglichkeit, sich künftig im örtlichen Einzelhandelsgeschäft Früchtenicht mit Bargeld zu versorgen, sei in der Praxis problematisch, biete nicht die gewünschte Diskretion – und wirke angesichts der Erfordernis, erheblich in die Sicherheitstechnik der Volksbank-Filialen zu investieren, kurios. Das Bemühen um einen Geldausgabeautomaten in Affinghausen kristallisierte sich als Hauptanliegen heraus. Dessen Betriebskosten würden von anderen Kreditinstituten geringer eingeschätzt, als von der Volksbank, erklärte ein Versammlungsteilnehmer. Allerdings würden natürlich bei jeder Abhebung Gebühren fällig – wenn man nicht mit seinem Konto zu der entsprechenden Bank wechselt. „Wir werden uns jetzt mit Banken in Verbindung setzen, um die Möglichkeiten auszuloten“, teilte Wilfried Simon, einer der Initiatoren der Versammlung, mit. „Auch mit der Volksbank.“

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