Kommentar

Motto: Es ist zwar Quatsch, aber  wenigstens bezahlbar

Syke - Ein Kommentar von Michael Walter. Die Ratssitzung war schon fast vorbei, als Gerhard Thiel (Grüne) unter „Verschiedenes“ eine Frage stellte, über deren Tragweite er sich wahrscheinlich gar nicht bewusst war: „Wie kommt es eigentlich, dass wir uns in Syke immer wieder über Dinge streiten, die gesamtgesellschaftlich völlig unstrittig sind?“ –  Die Antwort auf diese Frage gab mir im vorigen Jahr ein führender Kommunalpolitiker aus einer Nachbargemeinde: „Die Syker wollen immer alles haben – aber sie wollen es nicht bezahlen!“

Wenn man diese Aussage ein bisschen sacken lässt, muss man zu dem Schluss kommen: Sie trifft den Kern nahezu aller Auseinandersetzungen über beinahe jedes größere städtische Vorhaben der letzten anderthalb Jahrzehnte. Von der Bäder-Sanierung über den Kita-, Krippen- und Hortbau bis zur aktuellen Umgestaltung der Grundschulen zu Ganztagesschulen.

Denn während anderswo die Frage diskutiert wird „Was ist die sinnvollste Lösung?“, dreht sich in Syke alles um die Frage: „Was bekommen wir für das Geld, das wir ausgeben können?“ Und das ist häufig eben nicht die sinnvollste Lösung. Und der Streit um die eigentlich unstrittige Sache ist da! Bei der aktuellen Diskussion um die Grundschule am Lindhof lässt sich dieser Mechanismus geradezu beispielhaft studieren: Der Rat hat den Umbau der Grundschulen  Syke, Barrien und Heiligenfelde beschlossen und anschließend festgestellt, dass die Finanzierung Syke an die Grenzen des Machbaren bringt. Anstatt sich nun zu fragen, ob es die sinnvollste Lösung ist, alle drei Schulen gleichzeitig auszubauen, deckelt er einfach die Kosten.

Folge, am Beispiel Grundschule am Lindhof: War schon das erste Konzept unter dem Primat des Kostendrucks geboren und eher  unausgegoren, kritisieren alle, die es wissen müssen, den aktuellen zweiten, überarbeiteten Entwurf als völlig unbrauchbar. Doch je deutlicher sie das sagen, desto stärker vermitteln Politik und Verwaltung ihnen das Gefühl, dass es gar nicht mehr um Sinnhaftigkeit gehe, sondern allein nur noch um Finanzierbarkeit. Motto: Es ist zwar Quatsch, aber wenigstens bezahlbar.

Die vernünftigste Lösung wäre: Die Umgestaltung der  Syker Grundschule (von Heiligenfelde ist ohnehin schon kaum mehr die Rede) wird so lange verschoben, bis Barrien abbezahlt ist. Die Stadt spart so zunächst einmal 2,2 Millionen Euro. Wenn sie von dieser Summe auch nur zehn Prozent in die Hand nimmt, um Grundschule und Hort am Lindhof aufzupäppeln, wären alle zufrieden. Und wie es weitergeht, zeigt die Zeit.

Gerhard Thiel hat am Mittwoch noch einen anderen  gewichtigen Satz gesagt und gefordert: „Mehr pragmatisches Denken und weniger Ideologie!“ – Nehmen wir ihn doch beim Wort!

Rubriklistenbild: © ksy

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