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Motorsägen im Dauereinsatz

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Von: Gregor Hühne

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Umgestürzter Baum.
Umgestürzte Bäume, gesperrte Straßen: Sturmtief Ylenia fordert die Feuerwehr im Landkreis zu 118 Einsätzen. © Feuerwehr Stuhr

Der erste Sturm ist überstanden. Der Landkreis Diepholz kam relativ glimpflich davon. Die Feuerwehren mussten viele umgestürzte Bäume von der Straße räumen. Die Einsatzkräfte waren gut vorbereitet. Und sind es noch, denn der zweite Sturm zieht bereits auf.

Landkreis – Sturmfest und erdverwachsen, so lautet die erste Strophe des Niedersachsenliedes, das in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vielleicht dem einen oder anderen im Landkreis Diepholz trotzig durch den Kopf gegangen sein mag. Zusammen mit der Feuerwehr ist die Polizei im Landkreis zu einer Vielzahl von Einsätzen durch den Sturm alarmiert worden.

Alleine die Beamten zählten laut Mitteilung bis zum Donnerstagmittag 48 Einsätze. So wurde in Eydelstedt das Dach einer Scheune abgedeckt, in Stuhr und in Lembruch krachten Bäume auf parkende Autos. Andere Bäume stürzten um und blockierten Straßen. Bauzäune legten sich auf Gehwege, Trampoline flogen durch die Luft. Die Polizei habe mehrere kleinere Gefahrenstellen absichern müssen. Bislang gebe es nur Sachschäden, verletzt worden sei niemand, hieß es.

Für die Feuerwehen hingegen ging es wegen des Sturms bislang vor allem um die Beseitigung von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen, damit diese den öffentlichen Verkehrsraum nicht blockieren. Sie mussten im Landkreis zu 118 Einsätzen mit technischer Hilfeleistung ausrücken, teilt die Kreisverwaltung mit. Die Einsätze verteilten sich derweil annähernd gleichmäßig auf das Gebiet des Landkreises. Es seien alle Städte und Gemeinden betroffen, wobei die Gemeinde Wagenfeld und die Samtgemeinde Lemförde im Süden sowie die Gemeinden Weyhe und Stuhr im Norden jeweils etwas stärker in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

Befehlsstelle einer Samtgemeinde.
Befehlsstelle einer Samtgemeinde. © Anne-Katrin Schwarze

Der Landkreis und die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden hatten sich bereits im Laufe des Mittwochs organisatorisch und personell auf die drohende Unwetterlage vorbereitet. Zur Bewältigung der Schäden sei unter anderem die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle (Leitstelle) personell verstärkt worden. Die alarmiert die Feuerwehren beziehungsweise gibt die Einsätze an die kommunalen Feuerwehren weiter.

Kommunen richten Sturm-Leitstellen ein

Bei einer „flächendeckenden Gefahrenlage“ wie die des jüngsten Sturmtiefs werden die Einsätze der Ortsfeuerwehren gesondert koordiniert. Nicht mehr per Leitstelle in Diepholz geht der Alarm raus, sondern über extra eingerichtete Einsatzleitstellen in den Kommunen vor Ort, besetzt mit Feuerwehrleuten aus den Kommunen. Für die Samtgemeinde Schwaförden koordinierte Gemeindebrandmeister Gerd Scharrelmann mit einem Team aus drei bis vier Kollegen die Einsätze in den Mitgliedskommunen. Bis Donnerstagmittag gab es fünf witterungsbedingte Einsätze in drei Ortschaften, viermal hieß es „Baum auf Straße“, einmal „Baum auf Haus“ – in Sudwalde. Die Ortsfeuerwehr Sudwalde wurde unterstützt durch einen örtlichen Gewerbetreibenden, der seine Seilwinde zur Verfügung stellte. Der Baum, eine stärkere Tanne, habe entfernt werden können, ohne dass Schaden am Haus entstanden sei.

Baum auf einem Haus in Sudwalde.
Baum auf einem Haus in Sudwalde. © Feuerwehr / Klusmann

Die Einsatzleitung für die Samtgemeinde Kirchdorf wurde im Feuerwehrgerätehaus in Wehrbleck eingerichtet. Dort leitete Dennis Schulz das Quartett, das knapp zehn eingelaufene Alarmierungen koordinierte.

Die Wetterdienste kündigen weiteres Sturmgeschehen für Freitagabend an. Sollte sich die Situation wieder verschärfen, könnten die Einsatzstrukturen kurzzeitig wieder aktiviert werden. Die Feuerwehrleute befinden sich bereits im „Voralarm“, sagt Kreis-Feuerwehrsprecher Lutz Budelmann.

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