Basis für einzigartiges Schutzgebiet in Deutschland diskutiert / „Alle an einen Tisch holen“

Moor künftig Biosphären-Reservat?

Diepholz - Von Anke SeidelDieses Schutzgebiet wäre einzigartig in Deutschland: Kann die Diep holzer Moorniederung als Biosphären-Reservat mit einem ganz besonderen Status ausgewiesen werden?

Diese Frage prägte gestern die Beratung im Fachausschuss für Kreisentwicklung unter Vorsitz von Elmar Könemund (Grüne). Den Beschluss, den Antrag dafür auf den Weg zu bringen, fassten die Mitglieder im Diepholzer Kreishaus noch nicht. Sie verwiesen auf weitere Beratungen in den Fraktionen. Damit zeigten sich die Vertreter der SPD, die sich für das Thema stark gemacht hatten, zufrieden. Mehr noch: „Das ist heute der zweite Schritt vor dem ersten“, stellte Sozialdemokratin Susanne Cohrs fest, nachdem Detlef Tänzer (Leiter des Landkreis-Fachdienstes Kreisentwicklung) Fakten sowie Vor- und Nachteile eines Biosphären-Reservates Moorniederung detailliert präsentiert hatte. Für dieses Schutzgebiet, in dem Umweltbildung, Forschung und vor allem die historisch gewachsene Artenvielfalt besonderen Stellenwert haben, müssten die Kriterien der Unesco erfüllt werden. Chancen dafür sah Tänzer durchaus: Bisher gebe es in Deutschland noch kein Biosphären-Reservat Moor. Außerdem sei die Flächengröße in der Diepholzer Moorniederung erfüllt, Schutzbereiche gebe es sogar schon. Zusätzliches Personal für das Schutzgebiets-Management sei zu erwarten, um die 15 Hochmoore sowie verschiedene Niedermoore konzeptionell weiter zu entwickeln. Allerdings würde die Biosphären-Ausweisung zwangsläufig den Abschied vom Naturpark bedeuten, denn möglich sei nur ein Status: „Entweder oder!“ Erforderlich sei eine Kooperation mit den Landkreisen Vechta, Nienburg und Minden-Lübbecke, um alle Moorflächen einbeziehen zu können. Tänzer stellte klar, dass der besondere Status mit der Erarbeitung eines Konzepts, mit Kosten und mit Pflichten verbunden wäre. „Was bedeutet das genau für die Region und wer bezahlt das?“, fragte Dietrich Struthoff (CDU), während Susanne Cohrs vorschlug, Professor Winfried Schröder von der Universität Vechta zu einem Fachvortrag einzuladen. Dieter Tornow, Naturschutzbeauftragter des Landkreises, riet sogar zu weiteren externen Fachleuten. „Wenn Sie das Thema weiter verfolgen wollen, sollten Sie erstmal klären, ob Sie eine Finanzierung bekommen“, gab Tornow den Politikern einen weiteren Tipp. Die Kostenfrage sah Susanne Cohrs entspannt: „Wir haben schließlich eine neue Landesregierung.“ Jetzt sei es erst einmal wichtig, Naturschützer und Landwirte an einen Tisch zu holen, um Sondierungsgespräche zu führen.

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