Moor: Internationale Tagung reflektiert enorme Bedeutung dieses Lebensraums

Sagenhaft und wertvoll

Wiedervernässung macht den Lebensraum Moor wieder lebendig.
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Wiedervernässung macht den Lebensraum Moor wieder lebendig.

Ströhen - Sagenumwoben und faszinierend für Menschen seit Jahrtausenden: Moore sind vielfältige und teilweise extreme Lebensräume mit zum Teil hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenarten. Sie sind zugleich Kohlenstoffspeicher, Rohstofflager, Grünland, Acker und kulturgeschichtliches Archiv. Mitten im Moor klären die „Moorwelten“ im Europäischen Fachzentrum für Moor und Klima in Wagenfeld-Ströhen über diesen Lebensraum auf – und sind am 11. und 12. Juni erstmals das Forum für eine internationale Tagung.

„Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum internationalen Jahr der Böden erklärt“, heißt es in einer Pressemitteilung über diese internationale Tagung mit dem Namen „Elsa“. Diese vier Buchstaben stehen für den Verein „European Land and Soil Alliance“ – ein Boden-Bündnis europäischer Städte, Kreise und Gemeinden.

Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft von Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel, der auch den Eröffnungsvortrag halten wird. Unter dem Motto „Moorschutz als kommunaler Beitrag zum Klimaschutz?!“ können Vertreter von Kommunen, des Naturschutzes, der Landwirtschaft und der Torfindustrie oder andere Interessierte an den Vorträgen von internationalen Experten teilnehmen und in Workshops Gedanken dazu austauschen. „Eingangs werden Landrat Cord Bockhop und Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye den Teilnehmern die Erfolge des Moorschutzes in der Diepholzer Moorniederung erläutern“, kündigen die Organisatoren an. Nachmittags werden in drei parallelen Workshops die Themen Klimaschutz, nachhaltige Nutzung und Finanzierung von Moorschutzprojekten vorgestellt und diskutiert. Am nächsten Tag folgt eine Exkursion ins Neustädter Moor, um die Ergebnisse der Arbeit zum Schutz der Moore, die der Bund für Umwelt- und Naturschutz Diepholzer Moorniederung seit mehr als 30 Jahren leistet (in Kooperation mit Verwaltungen, Betrieben und Grundeigentümern), begutachten zu können.

Die jahrhundertelange Nutzung der Moore hat tiefe Spuren hinterlassen: „In Deutschland sind heute – völlig anders als im Landkreis Diepholz – weniger als fünf Prozent der ursprünglichen Moorflächen naturbelassen. In Europa gelten zwei Drittel der Flächen als degeneriert“, heißt es in der Pressemitteilung. Weil Moore bedeutende Kohlenstoffspeicher darstellen, haben sie enorme Bedeutung für die Abfederung des Klimawandels.

Alle Interessierten können an der Tagung teilnehmen (Gebühr: 100 Euro inklusive Unterlagen, Tagesbewirtung und Exkursion). Weitere Informationen gibt es in der „Elsa“-Geschäftsstelle Osnabrück (Telefon 0541/5600325). Anmeldungen sind bis zum 1. Juni möglich – auch im Internet. www.bodenbuendnis.org

www.moorwelten.de

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