Harald Glüsing neuer Jobcenter-Chef

„Im Mittelpunkt die Menschen“

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Harald Glüsing (Mitte) mit Christoph Tietjen (Agentur für Arbeit) und Landrat Cord Bockhop. 

Neubruchhausen - Seit genau 13 Tagen ist Harald Glüsing als Chef des Jobcenters im Landkreis Diepholz im Amt. Der 49-Jährige hat die Nachfolge von Bernd Jobs angetreten, der sich in den Ruhestand verabschiedet hatte (wir berichteten).

Im Beisein von Christoph Tietje (Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagenturen in den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden) sowie Landrat Cord Bockhop stellte er sich am Dienstag im Hotel „Zur Post“ in Neubruchhausen vor. Aus gutem Grund: Arbeitsagentur und Landkreis tragen das Jobcenter gemeinsam.

„Eine kommunale und eine Bundeseinrichtung arbeiten erfolgreich zusammen“, blickt Bockhop auf das Jobcenter – genau das will Harald Glüsing fortsetzen.

Er ist Arbeitsmarkt-Experte in zweifacher Hinsicht: „Durch die Straßen zu gehen und nach Arbeit zu fragen und wieder auf der Straße zu stehen – das habe ich nicht vergessen“, berichtet Glüsing über seine eigene Zeit als Langzeitarbeitsloser. Grund dafür: Er hatte auf dem Bau gearbeitet und dabei einen schweren Unfall erlitten.

Ein Aufgabenkatalog abgestimmt

Schließlich begann Harald Glüsing eine Ausbildung in der Verwaltung – der Beginn einer Karriere, die ihn bis an die Spitze des Jobcenters im Landkreis Rotenburg führte. Zehn Jahre wirkte er dort, dann entschied er sich für die neue Aufgabe im Landkreis Diepholz.

Gemeinsam mit Christoph Tietje und Landrat Cord Bockhop hat Harald Glüsing die nächsten Schwerpunkte seiner Arbeit abgestimmt – ein Aufgabenkatalog, der sich mit vier Worten beschreiben lässt: „Im Mittelpunkt die Menschen.“ Zum Beispiel solche, die von ihrer eigenen Arbeit nicht leben können – und ihren Lohn mit Sozialleistungen ergänzen müssen. Rund 1 400 solcher Aufstocker betreut das Jobcenter im Landkreis Diepholz.

„Das ist ein schwieriges Feld“, weiß der neue Jobcenter-Chef. Denn die Ursachen für die Lage dieser Menschen sind unterschiedlich. Deshalb sollen persönliche lebensweltorientierte Lösungen Erfolge bringen.

Kreative Lösungen erarbeiten

Im Blick hat der 49-Jährige aber genauso Familien mit vielen Kindern. „Knapp neun Prozent aller Bedarfsgemeinschaften haben fünf oder mehr Personen“, berichtet der Jobcenter-Chef. Zum Vergleich: Das Jobcenter Landkreis Diepholz betreut zurzeit 6 164 solcher Bedarfsgemeinschaften.

Mit Christoph Tietje und dem Landrat ist Harald Glüsing sich einig: Sie wollen die Möglichkeiten des Jobcenters, der Arbeitsagentur und des Jugendamtes noch enger miteinander verzahnen – und kreative Lösungen erarbeiten. Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien sollen davon profitieren – damit sie die gleichen Chancen bekommen wie alle anderen auch. 

sdl

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