„GS Agri“-Silos: Stillstand seit 2009 / Eigentümerin legt bisher kein Konzept vor

Minister Birkner inspiziert Leester Industriebrache

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Der FDP-Landtagskandidat Dr. Marco Genthe (l.) zeigt dem niedersächsischen Umweltminister Dr. Stefan Birkner (FDP) die ausgemusterten Silotürme des ehemaligen Leester Kraftfutterwerkes von Heinrich Landwehr (Derzeitige Eigentümerin: GS Agri). ·

Leeste - Von Sigi Schritt. Fensterscheiben sind eingeschlagen. Farbe blättert von der Wand. Eine Firma hat Metall aus dem Gebäude entfernt. Was passiert mit den seit 2009 ausgemusterten Silo-Betontürmen des ehemaligen Tierfutterwerks der Firma Heinrich Landwehr?

Der FDP-Landtagskandidat Marco Genthe kritisiert, dass sich die Eigentümerin des Geländes, die GS Agri, hinsichtlich einer Nachnutzung des 30 000 Quadratmeter umfassenden Areals im Herzen Leestes noch nicht geäußert hat. „Das Gelände droht, eine langfristige Industriebrache zu werden“, sagt er. Genthe hat allerdings auch einen Lösungsvorschlag parat. Gemeinsam mit dem Umweltminister Stefan Birkner hat er gestern das Gelände inspiziert.

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Welche Verwertungsabsichten die Eigentümerin hegt, war gestern von GS Agri aus Schneiderkrug nicht zu erfahren. „Wir sind sehr offen“, sagt Steffen Nadrowski, zuständiger Fachbereichsleiter der Gemeindeverwaltung. Er bestätigt, dass es zwar immer wieder Gespräche gab, aber die Genossenschaft bisher kein Konzept vorgelegt hat. Bei einer Verwertung müsse auch grundsätzlich der Verdacht eines belasteten Bodens geprüft werden. Derzeit läuft bereits augenscheinlich eine Grundwassersanierung an der Ladestraße.

„Es steht zu befürchten, dass bei einer Sanierung und Nachnutzung erhebliche Bodenverunreinigungen zu beseitigen sind“, betont Genthe. „Und an dieser Stelle ist das Umweltministerium gefragt.“ Aus diesem Grund habe er den Kontakt zum Umweltminister Stefan Birkner (FDP) gesucht, um die Diskussionen über eine Nachnutzung anzustoßen.

Das mögliche Problem: Wenn die Eigentümerin die Fläche vollständig sanieren und verkaufen möchte, könnte durch die Sanierung einer Bodenkontamination unterm Strich ein sattes Minus entstehen.

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„Kontaminierte Flächen in die Wirtschaftlichkeit zu bringen sind Ziele eines EU-Förderprogramms und eines Programms des Umweltministerums“, sagt Minister Stefan Birkner, der sich gestern Nachmittag das GS-Agri-Gelände in der Wesergemeinde angeschaut hat. „Die Revitalisierung des Areals ist grundsätzlich förderfähig. Es sind allerdings die Voraussetzungen der Förderrichtlinien zu erfüllen“, zitiert er die Einschätzung der Fachleute aus dem Ministerium. Birkner berichtet, dass das Brachflächen-Recycling für das Leester Gelände „sehr wahrscheinlich greift“. Das hätten Mitarbeiter seines Hauses vorab geprüft. Allerdings sollen nicht „ohne Not öffentliche Gelder angetastet werden.“

Voraussetzung für das EU-Programm ist auch, dass die Verwertung der Fläche unter dem Wert liegt, den man für die Sanierung aufbringen müsse. Es ist also nicht notwendig, dass das Gelände etwa viele Jahre brach liegt, nur weil die Kosten der Sanierung von Bodenverunreinigungen den Verwertungserlös übersteigen. Schließlich haben die Gemeindeverwaltung und auch die Bürger ein großes Interesse, dass das Gelände weiter entwickelt wird. Es ist weiterhin erforderlich, dass die untere Bodenschutzbehörde, also der Landkreis, klären muss, ob der Verursacher der Kontamination oder der Eigentümer des Geländes haftbar ist. Sie ist aber noch nicht eingebunden. Birkner empfiehlt, bei diesem Projekt neben der Bodenschutzbehörde die N-Bank einzubeziehen, um die zusammengetragenen Infos zu bündeln. Denn auch dieses Kreditinstitut habe spezielle Förderprogramme.

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