Polizei stellt DJ-Anlage sicher

Millionenfach illegale Songs

Ein 42-jähriger Disc-Jockey aus Bassum soll Millionenfach illegale Songs verbreitet haben.

BASSUM/VERDEN · Ein 42-jähriger Disc-Jockey aus Bassum mit dem Pseudonym „DJ Hitman“ steht in dringendem Verdacht, mehrere tausend Musiktitel illegal über das Internet verbreitet zu haben – und das millionenfach. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Verden stellten Beamte der Polizeiinspektion Diepholz am Donnerstag die Computer-Anlage des Mannes sicher.

Eine Strafanzeige aus der Musikbranche hatte den Stein ins Rollen gebracht. Der 42-Jährige soll etliche Musiktitel aus der Musikbranche als Promotion-Stücke bekommen haben: brandneue und bisher unveröffentlichte Songs, unter anderem von Andrea Berg und Markus Becker. Noch vor der offiziellen Veröffentlichung soll der Bassumer sie zum Download im Internet angeboten haben. Der finanzielle Schaden für die Musikbranche lasse sich kaum beziffern, sagte gestern der Sprecher des Bundesverbandes der Musikindustrie, Andreas Leisdon. Es handele sich um einen „sehr gravierenden Fall“. Der Bassumer sei dem Bundesverband schon seit Jahren ein Dorn im Auge gewesen. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, zeigte sich „sehr erleichtert, dass nunmehr die notwendigen Beweise vorliegen, um diese illegale Quelle trocken zu legen“.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen unerlaubter Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke. Dafür ist im Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorgesehen. Noch seien die Dateien aber nicht ausgewertet, erklärte Staatsanwalt Lutz Gaebel aus Verden auf Anfrage.

Selbst für seine Behörde, die Internet-Kriminalität für den gesamten Bezirk der Generalstaatsanwaltschaft des Oberlandesgerichts Celle bearbeitet, ist das Verbreitungssystem des 42-Jährigen relativ neu: „Er hat die Musik über einen so genannten Sharehoster verbreitet“, erklärte Gaebel. Dabei werden Daten auf Web-Festplatten geladen und wie in einem „toten Briefkasten“ gespeichert, um sie anderen zur Verfügung zu stellen.

Ob die Kunden für diese Songs zahlten, sprich ob der 42-Jährige gewerbsmäßig handelte, müsse die Auswertung der Dateien ergeben, so Gaebel. · dpa/sdl

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