Prozess um Lothar Lampe: 3,9 Millionen Euro vorerst blockiert

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Lothar Lampe.

Verden - Von Anke Seidel. Noch ist das Hauptverfahren nicht eröffnet, aber vor dem Landgericht in Verden saßen sich der ehemalige Landvolk-Vorsitzende Lothar Lampe und sein Nachfolger Theo Runge nebst dessen Stellvertreter Dr. Jochen Meyer gestern zum ersten Mal gegenüber.

m Vorfeld der Verhandlungen um möglicherweise rechtswidrige Geschäfte mit der Windkraft ging es um die Sicherung möglicher finanzieller Ansprüche – um einen dinglichen Arrest. Rechtsawalt André Große Vorholt hatte diesen dinglichen Arrest für den Landvolkverband Grafschaft Diep holz beantragt. Mit Erfolg, denn das Gericht hatte auf eine Sicherungshypothek von 2,8 Millionen Euro auf Grund und Boden von Lothar Lampe erkannt – auch wenn die Landvolk-Vertreter, die den Streitwert auf 7,5 Millionen Euro beziffern, sich einen deutlich höheren Sicherungsbetrag erhofft hatten.

Weil der ehemalige Landvolk-Vorsitzende Widerspruch eingelegt hatte, kam es gestern zur öffentlichen Verhandlung unter Leitung der Vorsitzenden Richterin Dr. Michaela Brunss.

Dazu war Lampe mit seiner Ehefrau und seinen Töchtern erschienen, die sich als Zeuginnen zur Verfügung stellten. Doch aussagen mussten sie nicht: Die Parteien einigten sich am Ende auf einen Vergleich – konkret auf eine Sicherungshypothek von 3,9 Millionen Euro auf Lampes Hof und Grundstücke in Bockstedt. Hinzu kommen 600 000 Euro aus Kommanditanteilen des ehemaligen Landvolk-Vorsitzenden. Unter dem Strich sind also 4,5 Millionen Euro seines Vermögens blockiert, bis der Rechtsstreit endgültig geklärt ist – und definitiv feststeht, wer Anspruch auf das Geld hat. In einem Punkt waren sich die Rechtsanwälte beider Parteien einig: Beide signalisierten der Vorsitzenden Richterin ihren Wunsch nach einer möglichst schnellen Entscheidung.

Wie bereits berichtet, hatte das Landvolk mehrere Teilklagen eingereicht, um eine Rückzahlung der strittigen Beträge zu erreichen – ein Zivilprozess, dessen Beginn seit gestern zumindest feststeht: Ab dem 19. Mai soll dieser Rechtsstreit vor dem Landgericht Verden verhandelt werden.

Völlig unabhängig davon sind die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorsitzenden und zwei weitere ehemalige Mitarbeiter des Landvolk-Verbands. Wann sie zum Abschluss kommen, ist unklar. Bekanntlich hatte die Staatsanwaltschaft Verden den Fall an die für schwere Wirtschaftskriminalität zuständige Staatsanwaltschaft Stade abgegeben. Weil aber nicht ausgeschlossen ist, dass bei den Windkraftgeschäften Korruption im Spiel war, prüft wieder die Staatsanwaltschaft in Verden die Akten. Sollte sich der Korruptionsverdacht erhärten, so hatte Lutz Gaebel als Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Verden erklärt, dann sei seine Behörde wieder zuständig. In Verden ist die Zentralstelle für Korruptionssachen angesiedelt.

Landvolk-Vorsitzender Theo Runge zeigte sich nach der gestrigen Verhandlung zufrieden: „Wir haben etwas erreicht. Wir haben die Sicherung und damit etwas in der Hand.“ Außerdem stehe der Termin für den Beginn des Zivilverfahrens fest. Auf das strafrechtliche Verfahren habe man keinen Einfluss.

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