Deutsches Milchkontor: Landwirte der Region profitieren von hoher Nachfrage

Milchdurst in China freut die Bauern

Syke/Diepholz - Von Katrin Pliszka. Milch, Joghurt und Milchpulver aus dem Landkreis Diepholz in Supermarktregalen von Shanghai und Peking: Ganz so simpel ist die Formel zwar nicht, doch auch die hiesigen Landwirte merken etwas von der hohen Nachfrage nach deutschen Milchprodukten in Asien, und zwar im Geldbeutel: Sie bekommen aufgrund der hohen Nachfrage in diesem Monat 38 Cent je Kilogramm Milch.

Hermann Cordes ist Pressesprecher der Genossenschaft Deutsches Milchkontor (DMK). Das DMK betreut rund 10.000 Milchbauern in Norddeutschland, verarbeitet an 28 Standorten rund 6,6 Milliarden Kilogramm Milch im Jahr und ist für ihre optimale Vermarktung verantwortlich.

Bei der Frage, wieviel Milch welcher Landwirte im Kreis unterwegs gen Fernost ist, muss Cordes passen. „Wir können die Milch zwar zurückverfolgen“, so Cordes. Die Chargen dem einzelnen Landwirt zuzuordnen, macht in seinen Augen jedoch wenig Sinn, da die Milchlieferungen der Landwirte je nach Auftragslage der Genossenschaft verarbeitet werden.

Milchpreis im August bei 38 Ct/kg

Die Liefermengen lagen in diesem Jahr EU-weit unter der des Vorjahres, sagt Cordes. Auch in Deutschland sei dieser Trend zu verzeichnen gewesen, wenn auch in abgeschwächter Form. „Ein verringertes Milchangebot traf auf eine weltweit anhaltend gute Nachfrage, unter anderem aus Asien“, so Cordes. Dies führte zu einer positiven Entwicklung an den Märkten für Milchprodukte und zu steigenden Auszahlungspreisen für die Landwirte.

„Wenn diese Situation anhält, ist für die zweite Jahreshälfte mit einer weiteren positiven Entwicklung der Milchpreise zu rechnen“, meint der Pressesprecher. Allerdings gibt er zu bedeken, dass der Milchmarkt und somit auch die Milchpreise schwanken. Landwirte, die zum DMK gehören, haben von Januar bis Mai im Schnitt 33,4 Cent pro Kilo (Ct/kg) Milch bekommen. Der aktuelle Milchpreis für August steigt sogar auf 38 Ct/kg. „So gesehen hat die Nachfrage aus Asien auch einen positiven Effekt für den Landwirt im Kreis Diep-holz“, fasst Cordes zusammen. Von der deutschen Milchproduktion bei DMK gehen etwa 37 Prozent im Jahr ins Ausland, vor allem in europäische Nachbarländer, so Cordes. Milchprodukte wie Käse liefert die Genossenschaft vor allem für den osteuropäischen Markt. „Dort sind die Verzehr-Gewohnheiten wie in Deutschland“, so Cordes. In Asien steige derzeit die Nachfrage nach deutscher Milch und Milchprodukten stärker als die eigene Produktion. „Der sind wegen des Klimas Grenzen gesetzt“, erklärt Cordes.

In diesem Jahr steigen Cordes zufolge sowohl die Milchmengen als auch die Nachfrage. „Das bringt gute Preise“, fasst er zusammen. Diese Entwicklung bringt viele Milchbauern zum Nachdenken, ob und wie sie auf den Anstieg reagieren wollen, ist Cordes überzeugt. Doch nicht nur die Landwirte seien von den Auswirkungen betroffen: „Auch die Direktvermarkter trifft das irgendwann“, beschreibt Cordes die wirtschaftliche Spirale.

Rubriklistenbild: © dpa

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