Vertreter des NLWKN informieren Akteure vor Ort im Hafen Höfelmeier in Hüde über Nitrat-Einsatz

Methode gegen den Gestank am Dümmer

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Externe Fachleute informierten heimische Akteure im Hafen Höfelmeier in Hüde über den Einsatz von Nitrat in den Dümmer gegen die Geruchsbelästigung. Dabei wurde auch die Wirkungsweise des Nitrat-Streuers in Augenschein genommen. ·

Lemförde - Vertreter der Betriebsstelle Sulingen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) weilten am Mittwoch im Hafen Höfelmeier in Hüde, um die Akteure vor Ort in das Einbringen von Nitrat in den Dümmer einzuweisen.

Für die Umsetzung derartiger Sofortmaßnahmen ist die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ federführend verantwortlich, mit Rat und Tat steht ihr das NLWKN-Seenkompetenzzentrum zur Seite.

Dabei soll dann auch der Nitrat-Streuer zum Einsatz kommen, den Uwe Heits aus Drebber und Karsten Dittmer aus Lembruch konzipierten (wir berichteten). Im Vergleich zum Test in der vergangenen Woche seien bei diesem nur noch die Leitbleche marginal verändert worden, damit die Streuung noch etwas genauer erfolgen kann, sagte Ewald Spreen, Bürgermeister der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“. Das Prinzip sei genau dasselbe.

„Die Bedingungen für einen Nitrat-Einsatz sind klar geregelt. Es muss immer eine Geruchsbelästigung durch Blaualgen geben in Verbindung mit wenig Sauerstoff im See“, sagte Hans-Heinrich Schuster vom NLWKN. „Nitrat wirkt aber nicht gegen Blaualgen, sondern nur gegen Gestank“, verdeutlichte Schuster. Die Methode funktionere gut gegen den Geruch. Auf diese Weise soll im Falle des Falles der Aufenthalt am See noch möglichst angenehm gestaltet werden. Bei geeigneten Randbedingungen wie einem geringen Sauerstoffangebot könnten die im Wasser befindlichen Bakterien den Sauerstoff aus dem Nitrat nutzen und so Fäulnisprozesse, die mit Geruchsbelästigungen einhergehen, minimieren. Das Nitrat diene in diesem Zusammenhang nicht als Nährstoff für die Algen oder andere Wasserpflanzen, sondern werde durch die Bakterien verwertet und in unschädlichen Luftstickstoff umgewandelt. Eingebracht werden dürften in diesem Jahr 25 Kilogramm Nitrat (Kalksalpeter) pro 100 Quadratmeter.

Darüber hinaus informierte Schuster die Anwesenden über oberflächennahe Wasser-Messungen, die vor und etwa acht Stunden nach der Behandlung mit Nitrat vorgenommen und detailliert protokolliert werden müssen.

„Zwei entsprechende Messgeräte sind bestellt, eines wird davon in Hüde stationiert und eines in Lembruch“, erklärte Spreen.

Die Flächen, auf denen Nitrat eingebracht werden kann, sind genau skizziert. „Gestreut werden darf in den Hafenanlagen und in den Badebereichen“, sagte Schuster. In Letzteren müsse die Dosierung aufgrund des flacheren Wassers niedriger sein. Hier sind fünf Kilogramm Nitrat pro 100 Quadratmeter erlaubt.

Schuster riet den Akteuren, Trichter und Schleuder des Nitratstreuers nach der Benutzung vollständig von den Nitratkörnern zu befreien, da diese in Verbindung mit Feuchtigkeit verhärten und sich an den entsprechenden Oberflächen festsetzen würden. Zudem riet der Experte, möglichst viele Tauchwände als Sperren gegen die Blaualgen zu installieren.

Im Bereich des Segler-Clubs Dümmer (SCD) wurden zwei von Prof. Dr. Norbert Nowack entwickelte Teichbelüfter installiert. „Im mittleren Hafenbereich haben wir eine Sauerstoffanreicherung, im hinteren Bereich noch nicht, dort befinden sich so viele organische Stoffe“, sagte Nowack. Laut Ansicht der Beteiligten sei der SCD-Hafen möglicherweise ein erster Punkt zum Nitrat-Einsatz.

Zur Nitrat-Behandlung sagte Ewald Spreen: „Die Akteure sind gerüstet, wenn die Voraussetzungen vorliegen und eine Behandlung nötig wird, könnte diese sofort beginnen.“ · hkl

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