Kulturbeirat des Landkreises Diepholz: Atelierbesuch bei Anke Nesemann

Mensch und Natur funktionieren nur als Partner

Die Stuhrer Künstlerin Anke Nesemann (6.v.l.) zeigte gestern dem Kulturbeirat des Kreises ihre Arbeiten, darunter filigrane Installationen in ihrem Garten. ·
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Die Stuhrer Künstlerin Anke Nesemann (6.v.l.) zeigte gestern dem Kulturbeirat des Kreises ihre Arbeiten, darunter filigrane Installationen in ihrem Garten. ·

Stuhr - Von Katrin KösterAnke Nesemann hat gestern für den Kulturbeirat des Landkreises Diepholz ihre Ateliertür und Gartenpforte weit geöffnet. Die Gruppe besuchte die Stuhrer Künstlerin und informierte sich über ihre zahlreichen Skulpturen, Bilder und Installationen, die den Menschen, die Natur und das Universum miteinander in Verbindung bringen sollen.

Dieses vielschichtige und gigantische Beziehungsgeflecht in all seinen Facetten ist Anke Nesemanns Thema. Einen Hang zur Kunst hatte die heute 54-Jährige allerdings schon von Klein auf. „Es war die väterliche Seite“, konstatiert sie und zeigt ihren Gästen zum „Beweis“ Intarsienarbeiten ihres Vaters, aber auch ihre eigenen frühen Zeichnungen. Beim Zeichnen hat sie es indes nicht belassen: Schon bald nach ihrem Studium an der Hochschule für Künste in Bremen wandte sich Anke Nesemann statt dem Zeichnen der Bildhauerei zu. Das Rüstzeug dafür eignete sie sich an der italienischen Scuola di Scultura in Fusili an und verfeinerte es später an der Hochschule Bremen sowie im Rahmen einer mehrjährigen Bildhauer-Ausbildung bei Andreas Frömberg. Im Landkreis Diepholz ist sie vielen Menschen ein Begriff, da sie die Kinderwerkschule im Syker Kreismuseum mit aufgebaut hat und dort seit 2005 als Kunstdozentin tätig ist.

Der solide fachliche Hintergrund zieht sich durch Nesemanns Schaffen. Immer wieder betont sie, wie wichtig es sei, dass die Dinge Hand und Fuß hätten. An ihren Skulpturen – derzeit ein Damenkopf sowie eine Installation zum Thema Angler und Aale – arbeitet sie dementsprechend fortlaufend. „Ich muss daran vorbeigehen und draufgucken können. Die Zeit ergibt dann, in welche Richtung sich ein Stück entwickelt“, erläutert sie. Viele ihrer Skulpturen entstehen zunächst im Keller, dem Atelier „fürs Grobe“, wo auch mal mehr Staub anfällt, so Nesemann. Feines und Filigranes gestaltet sie hingegen im Atelier unterm Dach bei reichlich Tageslicht.

Dort zeugen kleine Figuren, bemalte und als Collage arrangierte Frühstücksbretter und andere Objekte von „ihrem“ Thema: „Der Mensch war schon immer Teil der Natur, hat sich allerdings mit der Zeit immer mehr von ihr entfernt“, findet Nesemann. Die Aufgabe der Menschen sei es, diese Entfremdung wieder zurückzunehmen und sich der Natur und unserer Umwelt wieder anzunähern. Verherrlichen oder auf das Paradies reduzieren möchte sie die Natur indes nicht: „Auch die Natur kann grausam und erschreckend sein. Man muss sich anpassen und mit ihr im Einklang leben, damit man sich und der Natur nicht schadet“, findet Nesemann.

Mit ihren Skulpturen, Installationen und anderen Arbeiten verfolge sie das Ziel, Gemeinsamkeiten von Mensch und Natur aufzuzeigen und sie verschmelzen zu lassen. „Symbolisch wird diese Fragestellung in meinen Skulpturen, Plastiken und Bildern dargestellt: Der Mensch, der nicht wider der Natur lebt, sondern sich auf sie einlässt und mit ihr lebt“, betont die Künstlerin.

Mehr zu Anke Nesemann und ihren Arbeiten online unter

http://www.anke-nesemann.de

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