CDU-Bundespolitiker Willy Zylajew stellte sich Pflege-Fachleuten in Diepholz

„Mensch bleibt auf der Strecke“

Zum Thema Pflege trat als Fachmann und Gesprächspartner der Bundestagsabgeordnete Willy Zylajew (rechts) bei einer Veranstaltung des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig im DRK-Haus heimischen Fachleuten gegenüber.
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Zum Thema Pflege trat als Fachmann und Gesprächspartner der Bundestagsabgeordnete Willy Zylajew (rechts) bei einer Veranstaltung des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig im DRK-Haus heimischen Fachleuten gegenüber.

Diepholz - Von Helge Bredemeyer. Das Thema „Pflege alter und kranker Menschen“ ist und wird ein „heißes Eisen“ bleiben. Das wurde einmal mehr deutlich, als sich der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig (CDU) im DRK-Haus am Lappenberg in einem Kreis von Fachleuten dem Problem stellte.

Damit löste er ein Versprechen ein, das er vor Wochen bei einer Arbeitskreissitzung der hiesigen CDU im Seniorenhaus Anna Margareta gegeben hatte, um intensiver auf die damit verbundenen Schwierigkeiten einzugehen.

40 haupt- und ehrenamtlich Tätige kamen im DRK-Haus am Lappenberg zusammen. Die Bandbreite der Interessierten reichte von den Seniorenhäusern, den Verbänden Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), der Diakonie, der Caritas, den Parteien, dem Landkreis, der beiden Kirchen bis zum Diepholzer Hospiz Verein, dem Mutterhaus Altvandsburg (Lemförde), den Besuchsdiensten der Kirchen und ihrer Seniorenkreise.

Insgesamt fand sich in Diepholz eine kompetente Runde ein, die auf die Ausführungen und die Diskussion mit dem dazu gebetenen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Pflege, Willy Zylajew, gespannt waren.

Nach dessen grundsätzlicher Feststellung, Deutschland sei „Spitze“ in der Versorgung Alter und Kranker – siehe die Leistungen der Pflegeversicherung – und würde wie immer nur das Beste wollen, ging es anschließend doch recht kontrovers zu.

Die Beispiele aus der Praxis, wo die Mitarbeitenden durch den Qualitätsanspruch und ständige Überprüfungen mit aufwändigem Bürokratismus unter Druck stehen, waren erschreckend. Es fielen Sätze wie: „Der Mensch bleibt dabei auf der Strecke“ und „Die Dokumentation treibt uns in den Wahnsinn!“

Fazit: Das betriebswirtschaftliche Interesse, die Konkurrenz der Anbieter untereinander und die Vorgaben der Kassen würden über alle Maßen die Mitarbeiter und ihre Institutionen beuteln. Auch die Aussicht auf die zukünftig benötige große Zahl neuer Pflegekräfte sei durch den nicht guten Ruf der Pflegevoraussetzungen gefährdet.

Letztlich ging es immer wieder um das zur Verfügung gestellte Geld.

Gegen Ende der zweistündigen Diskussion stellten Anwesende die Forderung: „Wir erwarten von Ihnen Unterstützung. Überprüfen Sie den Bundeshaushalt, überlegen Sie die Zuweisungen der einzelnen Ressorts!“

Der Abgeordnete Zylajew schlug den Anwesenden vor, gemeinsam den Kassen entgegenzutreten, das Konkurrenzgebaren untereinander einzustellen und dann mit einer Stimme zu sprechen und sich unbedingt auch auf den Einsatz Ehrenamtlicher zu konzentrieren.

Unter dem Strich war für alle der gute Wille der Politiker spürbar, aber auch ihre Ohnmacht.

Auf jeden Fall versprach der heimische Abgeordnete Axel Knoerig, sich zukünftig mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Sein eigentliches Aufgabengebiet sei und bliebe aber Forschung und Technologie.

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