Composerin Gabriele Beutner-Kijewski zeigt Bildkompositionen „So gesehen...“ im Rathaus

Mensa mal anders betrachtet

Passend zur Mensa-Baustelle setzt Gabriele Beutner-Kijewski ihre Werke mit dem richtigen Equipment in Szene.

Bruchhausen-Vilsen (ine) · „Immer war sie da und hat Bilder gemacht“, erinnerte sich Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch am Sonntag im Ratssaal des Rathauses in Bruchhausen-Vilsen an die vielen Begegnungen mit Gabriele Beutner-Kijewski.

„Und keiner wusste, was Sie damit vorhaben“, richtete sich Wiesch direkt an Beutner-Kijewski. Doch die Künstlerin aus Asendorf wusste sehr genau, was sie mit den Bildern geplant hat: Sie komponierte aus vielen tausend Fotos neue Werke – sozusagen fotografische Collagen.

Diese Arrangements haben alle ein Motiv: den Bau der Mensa am Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen. Noch bis zum Jahresende schmücken diese Bilder die Wände des Rathauses.

„Ganz still, heimlich und ohne vorherige Zustimmung des Rates“ habe sich Gabriele Beutner-Kijewski ans Fotografieren gemacht, sagte Dr. Dr. Wolfgang Griese augenzwinkernd in seiner Einführung in die Ausstellung. Gewundert habe sich niemand, schließlich sei sie die Gattin des Mensa-Architekten. Erst später habe sie sich als „Die Composerin“ geoutet, sagte Griese. Composerin – so nennt sich die Grafik-Designerin, weil sie „individuelle“ Bildkompositionen schafft. „So gesehen …“ hat sie ihre Schau überschrieben, in der sie unterschiedlichste Facetten des Mensa-Baus beleuchtet. Was haben die Maurer gemacht, wie sieht die Bestuhlung aus, wie die architektonischen Elemente ? Einzelnen Aspekten widmet Gabriele Beutner-Kijewski ganze Bilder.

„Sie ersetzt das Malen mit dem Pinsel durch das Malen mit der Maus“, spielte Griese darauf an, dass die Werke der Composerin am Computer entstehen. „Sie ist eine Meisterin der fließenden Übergänge“, lobte Griese das nahtlose Ineinanderübergehen der zu einem einzigen Werk zusammengesetzten Einzelbilder. Zudem hat die Asendorferin ihre Bilder nicht einfach schlicht gerahmt und an die Wände des Rathauses gehängt. Nein, sie durfte auch noch andere Utensilien für die Präsentation mitbringen, beispielsweise einen Bauzaun. An und hinter diesem hängen einzelne Werke, die Fotos sind mal in sehr einfache Holzrahmen, mal in alten Fensterrahmen gefasst.

Auch jetzt sei die Mensa fast immer noch eine Baustelle, sagte Horst Wiesch. Das Ende sei aber absehbar: Der Samtgemeindeausschuss habe jetzt beschlossen, dass die Außenanlagen in den Herbstferien gemacht werden. „Damit ist abzusehen, dass die Baustelle bald keine Baustelle mehr ist“, meinte Wiesch. In den Werken von Gabriele Beutner-Kijewski lebt der Bauprozess indes fort und lässt sich aus einem ganz ungewöhnlichen Blickwinkel betrachten – und das noch bis Ende Dezember.

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