Winterkonzert des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“ im Rittersaal

Melodische Schönheit und emotionale Tiefe

Das Publikum im Lemförder Rittersaal lauschte begeistert den mitgehenden Klängen des Orchesters des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“. ·
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Das Publikum im Lemförder Rittersaal lauschte begeistert den mitgehenden Klängen des Orchesters des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“. ·

Lemförde - Von Christa BechtelEin bestens aufgelegtes und vorbereitetes Orchester, das mit Klassik, Musical, Swing, aber auch Hits aus den 1960er und 70er Jahren verschiedene Musikrichtungen vereinigte und ein Lemförder Rittersaal, der aus allen Nähten platzte: Garanten dafür, dass das Winterkonzert des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“ am Samstagabend zu einem großen Erfolg wurde.

„Mein besonderer und allergrößter Dank gilt Ihnen, liebes Publikum, dass Sie heute Abend Zeit gefunden haben, hierher zu kommen“, sagte Musikvereins-Vorsitzender Dr. Karl-Wilhelm Meyerrose in seiner Begrüßung.

Danke sagte er weiter den Streichern der Kreismusikschule Diepholz unter der Leitung von Rudolf Seippel die, wie jeder kurze Zeit später feststellen konnte, wieder ein echter Gewinn waren und für einen runden Orchesterklang sorgten. Erstmals dabei waren auch einige Nachwuchsmusiker aus der ehemaligen Bläserklasse der Grundschule Haldem. Meyerroses letzter Dank galt Dirigent Stephan Flore, „der uns das ganze Jahr lang ‚eingenordet‘ hat für den heutigen Abend.“ Charmant, mit Witz, aber auch informativ führte Stephan Klöpzig durch das weitere Programm, das er überwiegend mit Gedichten von Heinz Erhardt bereicherte.

Mit „Il signore e con te“ des zeitgenössischen Komponisten Kees Vlak, das aus einem Ave-Maria-Text entstanden ist, eröffnete das 33-köpfige Orchester den Konzertabend. Im anschließenden Largo, dem zweiten Satz aus Antonin Dvoraks 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“, kosteten die Musikerinnen und Musiker sensibel, aber auch kraftvoll das Heimwehgefühl aus.

Die „Meditation from Thais“ ist wohl das bekannteste Stück aus Massenets Oper „Thais“. Schon in der Originalfassung für Opernorchester spielt die Violine eine bedeutende Rolle. Brillant übernahm diesen Solo-Part im Rittersaal Rudolf Seippel. Ein wunderschönes Stück, das melodische Schönheit, weitgehende Klangentfaltung und emotionale Tiefe beinhaltet.

Mit „Lord of the Dance“ war das Publikum in Irland und Stephan Klöpzig beeindruckte in „If you leave me now“ mit seinem Tubasolo, sodass erste „Bravo“-Rufe laut wurden. Als spannende Mischung aus Tradition und Neuanfang, Existenzkampf und Lebenslust, jiddischem Humor und anrührender Tragik ist das Musical „Anatevka“ zu einem Klassiker geworden. Während der deutsche Name des Musicals auf den Schauplatz der Handlung verweist, bezieht sich der Originaltitel „Fiddler on the Roof“ auf ein Gemälde Marc Chagalls. Fulminant, farbenreich und mit dem nötigen Drive entführte das Orchester mit seinem Medley aus „Fiddler on the Roof“ in die Pause.

Der fetzige Song „Big Spender“ ist der bekannteste aus dem eher unbekannten Musical Sweet Charity, mit dem das Orchester den zweiten Teil eröffnete. Dem schloss sich der Ohrwurm „9 to 5“, den Sängerin Dolly Parton bekannt machte, an.

Zu „Tie a yellow Ribbon“ wurde das Auditorium in die 1970er Jahre versetzt – einfach nur „Gute-Laune-Musik“, die sich fortsetzte mit „Born to be wild“ der Hardrock-Band „Steppenwolf“ und einem leidenschaftlichen Solo von Karl-Wilhelm Meyerrose, sowie dem „Mission Impossible Theme“ im fünfviertel Takt. Als Hommage an den unvergessenen Ray Charles hatte das Ensemble als Schlusspunkt „Hit the Road Jack“ gewählt, ein Song, der am 21. August 1961 auf den Markt kam und in den der Komponist Popmusikelemente fließen ließ, die mit einer bestimmten Akkordfolge, die man „spanische Kadenz“ nennt, gespielt werden.

Reicher Beifall belohnte das Orchester, die Zugabe „O du fröhliche“ rundete das Winterkonzert ab und die Besucher machten sich euphorisiert auf den Heimweg….

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