Reena und Olaf Eckhoff betreiben eine kleine Mosterei in Albringhausen / Kunden erhalten Saft vom eigenen Obst

„Meine Äpfel sind einfach am leckersten“

Clemens Gutmann überprüft die Flaschen...
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Clemens Gutmann überprüft die Flaschen...

Albringhausen - Von Frauke Albrecht„Na, wenn da mal die Flaschen reichen.“ Franja Eckhoff wirft einen skeptischen Blick auf die Wagenladung, die Clemens Gutmann mitgebracht hat. „Das sind bestimmt vier Zentner Äpfel.“ Der Sulinger reibt sich nachdenklich die Hände. „Ja, das kommt wohl hin.“

Dann winkt er ab. „Die reichen“, gibt er sich zuversichtlich und krempelt die Ärmel hoch. In den kommenden 30 Minuten ist Teamarbeit gefragt. „Darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut“, erklärt Gutmann. In den vergangenen Tagen hat er sein eigenes Obst zusammen gesammelt, um es in Albringhausen von Reena und Olaf Eckhoff mosten zu lassen.

„Das Besondere hier ist, dass Sie den Saft von ihrem eigenen Obst bekommen“, erklärt Gutmann. Und da seine Äpfel mit Abstand die leckersten seien, möchte er eben auch den leckersten Saft haben.

Zusammen mit Olaf Eckhoff und dessen Tochter Franja wuchtet der Sulinger Korb für Korb von seinem Anhänger. „Ganz wichtig ist, dass das faule Obst vorher aussortiert wird“, so Olaf Eckhoff. Die Äpfel werden gewaschen und dann mit Hilfe eines Förderbandes in den Obstzerkleinerei transportiert. Von dort gelangt es in die Presse. „Wir mosten mit einer Wasserpresse“, erläutert Eckhoff. Die Anlage hat sich der Feinmechaniker selbst ausgedacht und gebaut. Der Clou: das zugefügte Wasser kann wiederverwendet werden.

Während Gutmann und Franja nach und nach die Äpfel ins Wasserbad geben, presst Eckhoff bereits die erste Ladung. Sobald der Bottich mit der zerkleinerten Apfelmasse gefüllt ist, füllt er Wasser hinzu. „Ein Wasserdruck von 3,5 bar reicht aus, um einen Druck von etwa 22 Tonnen zu erzielen.“ Der Saft wird über Rohre direkt zu Reena Eckhoff gepumpt, die mit der Flaschenbefüllung beginnt. „Simples Prinzip, geniale Technik“, ist Gutmann fasziniert. Er hat die Wahl zwischen erhitztem und kaltgepresstem Saft. „Der kalte schmeckt besser, hält sich nur nicht lange. Hier, probieren Sie selbst“, sagt er und reicht den wartenden Kunden ein Glas seines Saftes entgegen. „Ich sag‘s ja, einfach lecker.“

Reena Eckhoff freut sich über so viel Enthusiasmus. „Das ist genau unser Credo“, sagt sie. „Unsere Kunden sollen anfassen, probieren und erleben.“ Dazu gehört auch die Mitarbeit.

Gutmann spült die Flaschen mit dem Schlauch ab und beginnt mit dem Einladen. Er rechnet mit etwa 120 Litern Saft. Währenddessen presst Olaf Eckhoff die zweite Ladung und entsorgt die zerdrückte Apfelmasse auf einem Hänger. Auch dafür findet sich Verwendung. „Das holt ein Landwirt für seine Kühe ab“, so Eckhoff. Clemens Gutmann füllt sich ebenfalls etwas ab. „Den brauche ich, um Apfelschnaps zu brennen“, verrät er.

Reena und Olaf Eckhoff mosten seit fünf Jahren. „Angefangen haben wir mit Glühweintöpfen, in einer Garage“, erinnert sich die junge Frau. „Das war abenteuerlich, aber auch gemütlich.“ Das Paar hat zu Beginn nur für den Eigenbedarf gemostet. „Mein Opa wohnt im Alten Land und hat uns immer Obst geschenkt. Der Saft war ein Versuch.“ Das Experiment sprach sich herum. Als immer mehr Anfragen von Nachbarn und Freunden kamen, hatte Olaf Eckhoff die Idee, auch für andere zu mosten. Dafür sollte die Garage um- beziehungsweise ausgebaut werden. „Ich dachte, der spinnt“, erinnert sich Reena Eckhoff, ließ sich aber überreden.

Zu der Zeit schloss die Mosterei in Weseloh und viele suchten eine Alternative. Reena Eckhoff: „Wir lernten den Besitzer kennen und holten uns viele nützliche Tipps. Das war toll.“ Olaf Eckhoff tüftelte bereits an seiner eigenen Anlage, bestellte die Originalteile und baute sie um. Als die Zahl der Kunden wuchs, baute das Paar die Garage um. „Es ist aber immer noch ein reines Hobby“, betont Reena Eckhoff. Die Mostsaison dauert etwa zwei Monate. Gemostet wird nur an bestimmten Tagen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Zu Saft verarbeitet werden Äpfel, Birnen, und Quitten, aber auch Wurzeln oder rote Beete nehmen die Albringhauser ab und an mit ins Programm.

Wer sich die kleine Mosterei mal aus der Nähe anschauen möchte, sollte sich den Mostereiausklang am 11. November von 15 bis 18 Uhr mit Kaffee, Kuchen und Apfelpunsch vormerken oder einfach anrufen, Tel. 04241-7662.

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