Zwei Informatiker klärten Schüler, Lehrer und Eltern des Schulzentrums Petermoor auf

Medienkompetenz unzureichend

Bassum - BASSUM (al) · Mädchen, die rot wurden, Eltern, die sprachlos waren und Lehrer, die ein Aha-Erlebnis hatten, das sind nur einige Ereignisse, die sich in dieser Woche im Schulzentrum Petermoor abgespielt haben und zeigen, dass der Umgang mit dem Internet gelernt sein will.

Die Schule hatte im Rahmen des NiKo-Projektes (Niedersächsische Kooperations- und Bildungsprojekte an schulischen Standorten) zwei Informatiker der Firma „Praemandatum“ aus Hannover eingeladen, die über Medienkompetenz informierten und die Gefahren des Internets erläuterten.

Am Dienstagabend ließen sich beispielsweise 30 interessierte Eltern schulen (wir berichteten). „Uns war wichtig, dass aber nicht nur die Schüler und deren Eltern etwas lernen, sondern auch die Lehrer“, berichtet Organisatorin Sozialpädagogin Erika Stötzel. Aus diesem Grund waren Peter Leppelt und Wulf Bolte mehrere Tage an der Schule und coachten jede Zielgruppe einzeln – Eltern, Schüler der siebten Klassen der Haupt- und Realschule sowie deren Lehrer. „Und alle waren begeistert“, zog Stötzel gestern Bilanz.

Selbst die Schüler hätten sich die Mailadressen der beiden Referenten geben lassen, um sie im Notfall kontaktieren zu können. Gaben sie sich anfangs noch cool – „weiß ich doch alles“ – so wurden sie im Verlauf des Vortrages immer kleinlauter. Was mit ihren freizügigen Daten und vor allem Fotos in Netzwerken so alles passieren kann, wussten viele nicht. Und wie leicht es für Fremde ist, an Bilder zu kommen, die man nur an eine Freundin im Chat verschickt hat, ließ einige Mädchen erröten. Doch auch Lehrer und Eltern werden künftig Handy und Computer anders nutzen und vorsichtiger sein.

„Wir sind so begeistert, dass wir uns entschieden haben, dass wir dieses Angebot auch den achten, neunten und zehnten Klassen bieten müssen“, erklärte Erika Stötzel. Nun wolle man versuchen, dafür finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Die Ergebnisse der Schulung werden in einer Präsentation zusammengefasst und Lehrern sowie Eltern, die als Multiplikatoren fungieren möchten, zur Verfügung gestellt. „Interessierte Väter und Mütter können sich jederzeit die Unterlagen ausleihen oder kopieren“, sagt Stötzel. Ziel sei es schließlich, möglichst viele anzusprechen. Begeistert ist die Sozialpädagogin, dass die beiden Referenten bereitwillig ihre Telefonnummern weitergegeben hätten, um auch spätere Fragen zu beantworten und dass sie zugesagt hätten, an einem Pilotprojekt mitzuarbeiten.

Stötzel: „Ziel ist, ein Papier herauszugeben, mit der das Thema auch fünften und sechsten Klassen näher gebracht werden kann.“

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