Grund: „Unterschiedliche Auffassungen“ / Weiterhin im Stadtrat / Offen für Gespräche

Marx tritt aus SPD-Fraktion aus

Claus Marx.

Bassum - BASSUM (al) · Bassums Ratsherr Claus Marx möchte in Zukunft mehr eigene Wege gehen und ist aus diesem Grund aus der SPD-Fraktion und der Partei ausgetreten. „Ich bleibe aber im Stadtrat“, erklärte der 42-Jährige gestern auf Anfrage.

Der Grund für seinen Austritt sind nach Aussage Marx' „unterschiedliche Auffassungen“. „Ich habe mir den Entschluss nicht leicht gemacht.“ Doch bereits Mitte/Ende des vergangenen Jahres habe er immer wieder festgestellt, dass er mit wichtigen Themen und Beschlüssen der SPD nicht so konform gehen kann, wie er sollte. Als Beispiele nennt Marx unter anderem die Diskussion um den Standort und die Zukunft des Bassumer Bauhofes. „Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass wir uns mit anderen Gemeinden, beispielsweise mit Syke, zusammenschließen sollten. Ich finde die Stadt Bassum und der Bauhof Bassum sind gut aufgestellt.“

Auch dass sich die Fraktion nicht hinter den Antrag auf Beteiligung der Stadt an der Energie-Genossenschaft gestellt hat, habe Marx nach eigenen Angaben gestört. „Bei dem Antrag ging es nicht ums Geld, sondern um die Symbolik. Die Fraktion hat sich komplett enthalten“, so Marx, der die Liste weiterführen könnte, aber nicht möchte. „Ich will auf keinen Fall schmutzige Wäsche waschen.“

Was er allerdings auf jeden Fall möchte, ist auch weiterhin in der Politik tätig zu sein; und aus diesem Grund wird er das Ratsmandat behalten. Claus Marx sitzt seit 2006 im Bassumer Stadtrat.

Ob er nun parteilos bleibt oder sich im Rat einer Gruppe anschließen wird, vermag er derzeit noch nicht zu sagen. Er sei bereits von einigen auf eine Zusammenarbeit angesprochen worden, gesteht er. Doch noch habe er keine verbindliche Aussage getroffen. Bis Ende Januar wolle er sich Zeit nehmen, zu überlegen.

Sollte er parteilos bleiben, habe er einzig eine Stimme im Rat, nicht aber in den verschiedenen Ausschüssen. Sollte er sich jedoch mit einer Gruppe zusammen tun, beispielsweise mit dem Bürgerblock oder der Gruppe CDU/SPD oder auch mit Rainer Dambroth (Grüne), würde diese Gemeinschaft nach Aussage von Bürgermeister Wilhelm Bäker einen Sitz im Verwaltungsausschuss (VA) erhalten.

Durch den Austritt verliert die SPD einen Sitz im VA. Bleibt Marx parteilos, geht dieser an den Bürgerblock.

Für Dr. Christoph Lanzendörfer, Vorsitzender der SPD-Fraktion, kommt der Austritt von Claus Marx nicht überraschend. „Er hat sich in der Vergangenheit nicht an vielen Fraktionssitzungen beteiligt. Ich habe mir so etwas schon gedacht.“ Kritisch sieht es der Fraktionsvorsitzende allerdings, dass Marx sein Mandat nicht abgibt. Schließlich sei er bei der Kommunalwahl 2006 als Mitglied der SPD ins Rennen gegangen. Lanzendörfer ist sich sicher: „Als Parteiloser hätte er es gar nicht geschafft, in den Rat zu kommen.“

Wer statt des 42-Jährigen zukünftig für die SPD zum Beispiel im Schulausschuss und im Bau- und Planungsausschuss sitzt, wusste Lanzendörfer gestern noch nicht zu sagen. Die nächste Ratssitzung ist am 2. März.

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