Holger Eitmann vom Klärwerk ist zwischen den Jahren Schaltstelle für dringende Bürgeranfragen

Der Mann mit dem Notkoffer

Über Silvester im Bereitschaftsdienst: Kläranlagenmitarbeiter Holger Eitmann.

SYKE (ldu) · Die Last-Minute-Reise über Silvester ist gebucht, die Koffer sind gepackt. Zu dumm nur, wenn man plötzlich feststellt, dass der Personalausweis abgelaufen und das Bürgerbüro geschlossen ist. Was nun?

Wer bei der Stadt anruft, wird per Anrufbeantworter erst mal an die Polizei verwiesen. „Grundsätzlich sind wir zwar in solchen Fällen nicht zuständig. Die Stadt hat ihre eigenen Aufgaben wahrzunehmen“, sagt Hartwig Zierath, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes bei der Syker Polizei. Aber weil die Polizei auch „Gefahrenabwehrbehörde“ ist, leitet sie Anliegen von Bürgern an die zuständigen Stellen  weiter.

„Die Polizei übernimmt eine Art Filterfunktion“, sagt Heinrich Sievers von der Stadtverwaltung. Zunächst aber klingelt die Syker Polizeiwache nicht Mitarbeiter der Verwaltung, sondern den Bereitschaftsdienst an.

Der sitzt nicht im Rathaus, sondern in der Kläranlage. Genauer gesagt: Jeweils einer der sechs Kläranlagenmitarbeiter hat Bereitschaftsdienst. Seit einiger Zeit sind die Mitarbeiter der Kläranlage auch Schaltstelle für Rathausangelegenheiten außerhalb der Öffnungszeiten.

„Für den Abwasserbereich müssen wir ohnehin erreichbar sein“, sagt Holger Eitmann von der Kläranlage, der über Silvester Bereitschaftsdienst hat. Per Beeper ist er dann von zu Hause aus eine Woche lang 24 Stunden täglich erreichbar. Zur Unterstützung hat Eitmann vom Rathaus einen Notfallkoffer erhalten. Der enthält Schlüssel, wichtige Telefonnummern, Anleitungen für Verhalten im Notfall und eine Hundeleine.

Für viele Angelegenheiten sei es eben nicht notwendig, Vertreter der Verwaltung einzuschalten, meint Heinrich Sievers. „In der Regel ist handwerkliches Können gefragt“ – beispielsweise bei einem Fundtier oder Wasserrohrbruch.

Was aber, wenn mal ein neuer Reisepass ausgestellt werden muss? „Dann lässt sich der Bereitschaftsdienst die Telefonnummer des Anrufers geben und leitet sie an einen Mitarbeiter des Bürgerbüros weiter“, sagt Sievers. Der kann dann ein vorläufiges Dokument ausstellen.

Solche Anfragen häuften sich aber höchstens zu Urlaubszeiten, weiß Holger Eitmann. Dass zwischen Weihnachten und Silvester ein Notruf an die Verwaltung eingehe, sei „eher selten“.

Sievers selbst war einmal im Sommer zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen worden. „Auf dem Hallenbad-Parkplatz hatte eine Truppe mit Bauwagen wild gecampt“, erzählt er. Ihres ursprünglichen Platzes in Bremen verwiesen, hatten sie sich in Syke „häuslich niedergelassen“. Gemeinsam mit der Polizei konnte Sievers die Bauwagenbewohner überzeugen, auf den Campingplatz Clues umzuziehen.

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