Heide Grotjahn sorgt ehrenamtlich bei „Meritus“-Bewohnern für Abwechslung

„Man bekommt unheimlich viel zurück“

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Anderen eine Freude bereiten ist die schönste Freude: Heide Grotjahn sorgt im Heimalltag der „Meritus“-Bewohner seit zehn Jahren ehrenamtlich für Abwechslung. ·

Wagenfeld - „Man bekommt so unheimlich viel zurück, weil man merkt, dass die Menschen sich wohl fühlen.“ Mit einem Lächeln blickt Heide Grotjahn auf die zurückliegende Zeit zurück, in der sie bisher im Seniorenheim Meritus in Wagenfeld ehrenamtlich den Alltag der Heimbewohner mit ein bisschen Abwechslung versüßte. Zehn Jahre sind es bisher, und ans Aufhören denkt die 71-jährige Alleinstehende noch lange nicht.

Bereits ein Jahr bevor die ehemalige Lehrerin, die vier Jahrzehnte an der heutigen Wagenfelder Oberschule unterrichtete, 2003 in den Ruhestand ging, suchte sie sich einen neuen Wirkungskreis, der sie in ihrem neuen Lebensabschnitt ausfüllen sollte. Der Altenpflegebereich hatte aus Erfahrungen in jungen Jahren für sie nie an Faszination verloren. „Ein kleiner Anstupser brachte mich ins Meritus“, erzählt die jede Menge Lebensfreude und Tatendrang versprühende Ruheständlerin. Erst sporadisch engagierte sie sich in der Einzelbetreuung, las bettlägerigen Bewohnern vor. „Wann immer ich Lust hatte, war ich da.“ Und das wurde mit der Zeit ganz schön häufig, zudem sich vor rund sechs Jahren mit Heide Grotjahn, Brigitte Winter, Marga Siebrecht, Hannelore Garling und Renate Uffenbrink eine kleine, aber beständige Gruppe von fünf Ehrenamtlichen bildete, die heute in dem Seniorenheim an allen sieben Tagen in der Woche „was los macht“.

Jeden Tag startet eine von den fünf Damen ein Gruppenbeschäftigungsprogramm mit unterschiedlichen Schwerpunkten. An den Wochenenden und Feiertagen tun sie abwechselnd Dienst. „Gerade an diesen Tagen ist es wichtig, für die Bewohner da zu sein. Denn nicht gerade wenige sind mit Besuchen Angehöriger nicht reich gesegnet“, weiß Heide Grotjahn. „Veranstaltungen wie das Kochen sind ein absolutes Highlight, denn das bietet Gesprächsstoff, weil sich viele an die heimische Küche und an Gerichte von früher erinnern. Bei solchen Themen tauen die Menschen auf.“

Ihr reguläres Wochenprogramm besteht für Heide Grotjahn vorwiegend aus Rätselspielen und Bingo. „Das lieben die Leute hier, und es ist auch noch gut für’s Gedächtnis.“ Mit Gymnastik, Lesestunden, Singen, Kegeln und Filmnachmittagen bietet das Ehrenamtlichen-Team weitere Abwechslung. „In den Sommermonaten organisieren wir Ausflüge in die nähere Region oder eine Ausfahrt zum Pickert-, Grünkohl- und Spargelessen. Auch Kulturelles, wie der Besuch der Freilichtbühne, steht auf dem Programm, von den Festen im eigenen Hause einmal ganz abgesehen“, so Grothjahn. Als Heimfürsprecherin setzt sie sich zudem anregend und vermittelnd zwischen Heimleitung, Pflegepersonal, Angehörigen und Bewohnern ein. „Die Arbeit hier bestimmt mittlerweile ganz schön meinen Tagesablauf“, sagt sie lachend. „Doch wenn ich nach Hause komme, bin ich glücklich, weil ich sehe, wie sehr sich die Menschen hier über das, was wir machen, freuen.“

Noch ein kleines bisschen glücklicher wäre sie allerdings, wenn sich noch mehr Mitstreiter oder Mitstreiterinnen finden würden, die mitmischen möchten – gleich, ob dauerhaft oder nur hin und wieder. Wer sich angesprochen fühlt, sollte sich bei ihr oder der Heimleitung melden.

„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, wird das das Gesicht der Welt verändern“, sagte ein afrikanisches Sprichwort, das sich auch in der Arbeit von Heide Grotjahn und ihren Mitstreiterinnen wieder finden lässt und ein Ansporn sein kann, mit ein klein wenig Engagement zum Wohl des Nächsten, sich und anderen eine Freude zu bereiten. · Art

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