Maikundgebung: Mensch im Mittelpunkt

„Wir müssen zusammenhalten“

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Gut besucht: Die Maikundgebung in Barnstorf.

Von Simone. Brauns-Bömermann

BARNSTORF

„Der Mensch steht bei uns im Vordergrund, nicht die Bilanzen. Denn wenn Arbeit krank macht, ist etwas falsch im System“, mahnte Ortwin Stieglitz vom Kreisverband des SoVD (Sozialverband Deutschland) gestern in Barnstorf. Soziale Gerechtigkeit und aktuelle Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden prägten die traditionelle Maikundgebung – wie immer mit Reden und Appellen, aber auch Unterhaltung für die ganze Familie.

Als Ehrengast präsentierte Matthias Müller, Kreisvorsitzender des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) im Landkreis Diepholz, gestern Jörg Kunkel als stellvertretenden Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie im Bezirk Hannover.

Zur aktuellen Forderung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nach einer finanziellen Aufwertung der Sozialarbeit machte sich Armin Kowalzik aus Wetschen Luft. „Unsere Kampagne heißt ,Richtig gut, aufwerten jetzt‘.“ Das sei umso wichtiger, als die Anforderungen in den Kindertagesstätten sowohl in berufsfachlicher und gesellschaftlicher als auch in bildungs- und sozialpolitischer Hinsicht stark angestiegen seien. „Tariffragen sind Machtfragen. Der Streik ist wie die Medizin, bitter, aber wirksam“, so Kowalzik. Er appellierte an die Gäste in Barnstorf: „Lasst uns nicht gegen streikende Erzieher in Stellung gehen. Denn sie sind verlässlich, motiviert, engagiert, aber auch organisiert.“ Der Barnstorfer Bürgermeisterin Elke Oelmann ging es insbesondere um Verbesserungen für Frauen: „Es muss noch viel mehr getan werden, als nur zu zahlen.“ Dazu zählen ihrer Meinung nach Jobsharing-Angebote, gute Bezahlung von Tagesmüttern und die Möglichkeit der Qualifizierung im Beruf – trotz Familie.

Hauptredner Jörg Kunkel erinnerte an die 125-jährige Tradition der Gewerkschaftsbewegung und an die unvorstellbare Zerstörung 1933 durch die Nationalsozialisten – mit Unterdrückung, Verfolgung und Ermordung von Gewerkschaftlern.

Matthias Müller nahm das Thema in den Abschlussworten auf: „Die Gewerkschaften müssen zusammenhalten.“ Nie wieder dürfe es ein 1933 geben. Es sei enorm wichtig, wieder stärker zu diskutieren. Und: „Wir haben lange Zeit in Deutschland verpennt, zu streiken.“

Die Europa-Union Diepholz fragte am Eingang zum Rathausplatz auf Folien alle Teilnehmer: „Fühlen Sie sich sicher? Angst vor Krieg, wie damals 1914, 1939?“ Das stimmte die Besucher nachdenklich.

Fazit von Jörg Kunkel nach seinem ausführlichen Exkurs der wesentlichen Streitfelder der Gewerkschaften: „Wir setzen uns für die Rechte der Arbeitnehmer ein. Gestern, heute und morgen. Lasst uns in unserer mehr als 125-jährigen Tradition zusammen arbeiten, damit wir unser Ziel erreichen: Die Arbeit der Zukunft gestalten wir.“

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