Mehr als 100 Fans mittelalterlicher Fantasy-Abenteuer setzen die „Schlacht um die Hünenburg“ fort

Magier, Geister und eine Rätseltruhe

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Der historische Ringwall in Stöttinghausen bildet die passende Kulisse für mittelalterlicher Fantasy-Abenteuer. ·

Twistringen - Von Heiner BüntemeyerDer historische Ringwall in Stöttinghausen bildete am Wochenende erneut die passende Kulisse für ein weiteres Kapitel mittelalterlicher Fantasy-Abenteuer, zu denen ein OrganisatorenTeam um Daniel Wiese, Stephan Hollmann und Sabrina Lausmann eingeladen hatte.

Mehr als 100 Fans beteiligten sich an diesem dreitägigen Treffen. Sie kamen aus der näheren Umgebung Twistringens, aber auch aus Achim, Diepholz, Harpstedt und aus der Nordheide. Acht Teilnehmer waren sogar aus Berlin angereist. Viele von ihnen kannten diese Form der „Schlacht um die Hünenburg“, aber es waren auch wieder Neulinge dabei, die bei diesem so genannten „Live Action Role Playing (LARP)“ endlich einmal nicht nur am Computer, sondern leibhaftig in die Rolle eines Fantasy-Helden oder Bösewichtes schlüpfen konnten.

Die Spielidee war einfach: Der Hünenring musste gegen Eindringlinge verteidigt oder von ihnen zurück erobert werden. Aber das geschah nicht einfach mit Muskelkraft, sondern über allem lag ein rauer, tiefer Zauber. Magier und Geister beherrschten die Szene, zeichneten Bannkreise, in denen „Störfaktoren“ gebannt wurden. Diese konnten nur nach komplizierter, verschlüsselter Analyse gebrochen werden. Magier „Set“ hatte dabei ein Riesenproblem, denn das „Windvolk“ hatte ihm das Zauberbuch gestohlen. „Jetzt habe ich keinen Zugriff mehr auf magische Kräfte“, klagte er. Auch die Rätseltruhe war verschlossen. Der Schlüssel war im Besitz eines Geistes, der sich einfach nicht überlisten ließ. Es gab Probleme über Probleme. Die Teilnehmer folgten zwar einem Spielplan, über den die Anführer auch informiert waren. Aber dieses Regelwerk ließ allen viele choreografische Freiheiten, um ihre eigenen Ideen umzusetzen.

Alle Teilnehmer waren in historische Trachten gekleidet. Sie hatten sich mit Schwertern und Hellebarden bewaffnet und schützten sich durch Schilde und Helme. Sie verteidigten den Hünenring, indem sie aufmerksam auf dem Ring Posten bezogen und verdächtige Bewegungen in der Umgebung beobachteten und sofort meldeten. Bei den Streitigkeiten durfte jeder mit seiner Waffe auf den Gegner einschlagen, denn die Waffen sahen zwar sehr realistisch aus, bestanden aber aus einem mit Schaumstoff überzogenen GFK-Material, das sein realistisches Aussehen einer verzierten und bemalten Latex-Schicht verdankt.

Sie erwiesen sich als zähe Kämpfer, die sich erst nach dem dritten „Treffer“ aus der Kampflinie zurückziehen mussten. In der Etappe warteten dann die Heiler auf sie, die ihre Verletzungen mit Salben, Tinkturen, Verbänden und magischen Sprüchen heilten. Auf jeden Fall verloren die „Schwarzen Leute“ die entscheidende Schlacht, da jedoch einige von ihnen entkamen, ist zu vermuten, dass sie irgendwann einen erneuten Versuch unternehmen werden, den Hünenring zu stürmen. – Vielleicht sogar noch bei einer Tagesveranstaltung in diesem Jahr, kündigte Daniel Wiese an.

Den Kindern und Jugendlichen bereitete dieses Spektakel einen Riesenspaß. Sie ersannen Lösungen und Listen, sie nutzten das Gelände zum Anschleichen und Verstecken und mussten lernen, sich auch als Individuum in die Gruppe einzufügen. „Das macht einfach nur Spaß. Ich bin schon zum dritten Mal hier“, so „Christoph von und zu Leyenfels“ aus Achim, sein „Kampfgefährte“ „Victor Olafson“ bestätigte, dass „LARPS“ viel zu selten angeboten werden.

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