Rundgang im Tierpark Petermoor

Madame Lemur kennt keine Scheu

„Madame Lemur“ hat es dem Weihnachtsbesuch angetan. Das Katta-Jungtier zeigt keine Scheu und frisst ein Stück Feige aus der Hand von Ewald Jahn. Das Äffchen sitzt dabei auf der Schulter von Dr. Ralph Schuder.

Bassum - BASSUM (bbk) · Klirrende Kälte und Schnee, wohin man blickt, eine Entenversammlung am Wasserloch des vereisten Teiches im Tierpark Petermoor, frierende, aber quirlige Kattas und hungrige Zwergziegen, Axis-Hirsche, Lamas und Straußenvögel: So sieht zur Zeit das Leben im Bassumer Tierpark Petermoor aus, in dem Maik Otto jetzt naturgemäß mehr als normal zu tun hat.

Da kommt der Weihnachtsbesuch von Dr. Ralph Schuder und Ewald Jahn vom Vorstand des Fördervereins Tierpark Petermoor gerade recht, um bei einem Rundgang durch den märchenhaft verschneiten Zoo eine Extra-Ration an Heu, Brot, Feigen, Körnerfutter und Leckerlis zu verteilen.

„Glücklicherweise haben wir immer genug Futter“, sagt Dr. Schuder, der sich in diesem Zusammenhang für die vielen Futterspenden bedankt, die dem Tierpark immer wieder zuteil werden.

„Natürlich freuen wir uns auch über jede Spende, die wir dann gezielt dort einsetzen können, wo es am meisten pressiert. Und wir haben viele Stellen, an denen noch Verbesserungen oder auch Erweiterungen nötig sind“, so der Vorsitzende des Fördervereins.

Die erste Station des Rundganges an diesem Tag von Dr. Schuder, Vereinsrechnungsführer Ewald Jahn und Maik Otto, der als Mitarbeiter des Bassumer Bauhofes seit zwölf Jahren den Tierpark hauptamtlich betreut, ist das Gehege der Zwergziegen. Dort wurde kürzlich ein Zwillingspaar geboren. Die Familie besteht aus fünf Weibchen, einem Bock und dem drei Wochen alten Zwillingspärchen.

Mit neugierigen Augen und aufgestellten Ohren scheinen anschließend die Axishirsche bereits auf die „Delegation“ zu warten, die eine Sonderportion Brot und Heu mitbringt.

Unbändige Gefräßigkeit legen die großen Straußenvögel an den Tag. Während die Lamas als ihre Gehegemitbewohner sich ruhig und geduldig verhalten, wird Maik Otto von den frechen und aufdringlichen Großvögeln geradezu bedrängt. Eines der Lamas ist übrigens trächtig und erwartet um die Jahreswende ein Junges.

Lebhaft geht es im Gehege der lustigen Kattas zu. Hier toben drei Weibchen, zwei Männchen und das Jungtier „Madame Lemur“. „Wie seid ihr auf diesen besonderen Namen gekommen?“, fragt der Besuch. „Ganz einfach“, so Maik Otto, „das Äffchen ist ein Weibchen und gehört zur Teilordnung der Primaten aus der Gruppe der Feuchtnasenaffen (früher „Halbaffen“), den Lemuren, die auf Madagaskar beheimatet sind“.

„Madame Lemur“ ist alles andere als scheu, springt von einer Schulter zur anderen, setzt sich auf die Köpfe, flippt von einem Ast zum anderen und unterhält so ihre Gäste.

„Unsere Kattas haben sich prima eingelebt. Sie gehören zu den Lieblingen unserer Besucher, besonders der Kinder. Sie begeistern durch ihre Quirligkeit und natürlich auch durch ihr tolles Aussehen“, ist Ewald Jahn fasziniert, der für die Lemurenfamilie extra Feigen aus der Tasche holt.

Insgesamt beheimatet der Tierpark Petermoor in Bassum zur Zeit rund 400 Tiere 80 verschiedener Arten.

Der Park ist auch über die Weihnachtstage geöffnet. In der Regel von 8 bis 18 Uhr. Wenn sich auch nicht alle Tiere aufgrund der Kälte und des Schnees sehen lassen, so lohnt sich ein Besuch allein der märchenhaften Winterlandschaft wegen.

Wer dem Tierpark etwas Gutes tun möchte, sollte möglichst etwas Geld spenden. „Unser großes Ziel ist es, neben den bestehenden kleinen, partiellen Alarmanlagen eine große, den gesamten Tierpark einschließende Anlage zu kaufen“, informiert Dr. Schuder, der auf die Diebstähle der gesamten zehn Papageien im vergangenen Jahr verweist.

„Solange nicht klar ist, dass die bunten exotischen Vögel sich in unseren Volieren sicher fühlen können, solange werden wir keine neuen anschaffen“, beklagt der Tierarzt. „Eine intelligente Kamera wäre die beste Lösung“.

„Auch ehrenamtliche Helfer, Menschen, die den Umgang mit Tieren lieben, sind bei uns gerne gesehen“, fügt Maik Otto an, der auf das Beispiel von Dr. Annette Abhau aus Syke verweist, die sich seit ihrem viel beachteten Vortrag während der Jahreshauptversammlung im März dieses Jahres über die Lemuren auch als Helferin beim Tierpark Petermoor engagiert einbringt.

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