Bürgerverein plant Dokumentation zur Industrialisierung der Stadt

VVV macht Geschichte

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Ortsbürgermeisterin Gabriele Beständig hat dem VVV die Idee schmackhaft gemacht, die Syker Industriegeschichte zu dokumentieren. Der Bau des Bahnhofs 1873 nimmt bei der Industrialisierung der Stadt eine Schlüsselstelle ein. ·

Syke - Von Michael Walter. Hat es in Syke jemals Textilindustrie gegeben? Wer hat wo wann die erste Dampfmaschine in Betrieb genommen? Wer hat in der Stadt den ersten Strom erzeugt? Und wer hat ihn wofür genutzt?

Mit Fragen dieses Kalibers beschäftigt sich der Verkehrs-, Verschönerungs- und Bürgerverein (VVV) der Stadt Syke. Grund: Er möchte die Industriegeschichte der Stadt dokumentieren.

Die Idee dazu geht auf das Konto von Gabriele Beständig, ihres Zeichens Syker Ortsbürgermeisterin und Ehefrau des VVV-Vorsitzenden Volker Galperin. Bei  einer Fahrt durchs Gewerbegebiet am Bahnhof hatte sie ein wenig die Gedanken schweifen lassen und war dabei schließlich bei der Frage gelandet: Wie hat das eigentlich alles angefangen? „Das müsste man doch mal zusammenstellen“, hatte sie bei einem Arbeitstreffen des VVV-Vorstands angemerkt – und sich vom ehemaligen Syker Wirtschaftsförderer Gerd Harthus belehren lassen müssen: Die Geschichte des Industriestandorts Syke sei ja viel älter als das Gewerbegebiet.

Nur: Wie und wo tatsächlich alles anfing, weiß heute so ganz genau niemand mehr. Selbst Stadtarchivar Hermann Greve kann da nur bedingt weiter helfen. Fest steht: Der Bau des Bahnhofs 1873 spielt bei der  Industrialisierung der Stadt eine entscheidende Rolle.

Weitere Grundlagenforschung hat sich jetzt eine Arbeitsgruppe des VVV zur Aufgabe gemacht, die sich einmal monatlich treffen will. Nächster Termin ist Mittwoch, 26. Juni um 17 Uhr im Gleis 1.

An gleicher Stelle riefen Beständig und Galperin gestern auch zum Mitmachen auf. „Wir suchen Leute, die noch Material zum Thema haben“, sagt Galperin.  „Fotos, alte Zeichnungen,  Urkunden, Firmenchroniken, was immer da ist. Und für die jüngere Vergangenheit suchen wir Zeitzeugen, die etwas zum Thema zu erzählen wissen.“ Dabei interessiert sich der VVV gleichermaßen für tatsächlich erfolgte Industrieansiedlungen wie für geplante, aber gescheiterte Projekte.

„Wir wollen jetzt erstmal sammeln, sammeln, sammeln“, sagt Galperin. Danach müsse man das Material sichten und die weitere Arbeit „irgendwie kanalisieren“, um sich nicht zu sehr zu verzetteln.

Einen zeitlichen Rahmen hat sich der Verein derzeit ebenso wenig gesetzt wie ein fest definiertes Ziel. Ob am Ende der Arbeit eine  Foto-Dokumentation steht, ein Dokumentarfilm, eine Ausstellung oder eine Schriftenreihe – oder alles zusammen –  sei derzeit noch völlig offen. Das werde sich, so Galperin, im Rahmen der weiteren Arbeit zwangsläufig ergeben. Im Ergebnis stünde auf jeden Fall eine Menge digitalisiertes und archiviertes historisches Material.

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