Uwe Lorenz stellt sich als Nachfolger von Geschäftsführer Thomas Pilz in den vier Kliniken im Landkreis Diepholz vor

Wechsel besiegelt

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Der Klinikkomplex Bassum auf einen Blick: Am Modell erhält Uwe Lorenz (2.v.l.) als neuer Geschäftsführer der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz einen ersten Überblick über seinen neuen Wirkungskreis. Er tritt die Nachfolge von Thomas Pilz (r.) an, der viele Jahre mit Andreas Barthold (2.v.r.) und Chefarzt Dr. Wolfgang Grzibiela zusammengearbeitet hatte.

Bassum - Von Anke Seidel. Der neue Geschäftsführer kennt die Kliniken im Landkreis Diepholz aus eigenem Erleben: „Im Krankenhaus Diepholz bin ich geboren“, schmunzelt der 49-jährige Uwe Lorenz – und fügt hinzu, in seiner Jugend mit einer Nierenbecken-Entzündung Patient in der Diepholzer Klinik gewesen zu sein. Sie gehört künftig mit den drei weiteren Kliniken im Landkreis Diepholz zu seinem Wirkungskreis. Zurzeit führt er noch die beiden Krankenhäuser im Landkreis Waldshut.

Zum 1. Dezember tritt er die Nachfolge von Thomas Pilz an, der insgesamt zwölf Jahre lang als Geschäftsführer der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz gewirkt hatte – zunächst zwei Jahre als Geschäftsführer des St.AnnenStifts Twistringen, dann seit der Geburtsstunde des Klinikverbunds für die vier Krankenhäuser im Landkreis Diepholz mit den Alexianern als Mehrheitsgesellschafter. Wie schon berichtet, hat Thomas Pilz gekündigt. Per Auflösungsvertrag trennen sich die Alexianer und ihr langjähriger Geschäftsführer zum Jahresende.

Vier Wochen also arbeiten Thomas Pilz und sein Nachfolger Uwe Lorenz noch gemeinsam am Alexianer-Verwaltungsstandort in Eydelstedt zusammen. Ein Ort, den Lorenz gut kennt: Der 49-Jährige ist in Barnstorf aufgewachsen, hat in Sulingen seinen Zivildienst geleistet und sich in Berlin zum Krankenpfleger ausbilden lassen. Nach einigen Berufsjahren im Krankenhaus-Alltag absolvierte Lorenz ein BWL-Studium in Osnabrück mit einer Zusatzausbildung im Krankenpflegemanagement. Danach ging er zurück nach Berlin und wirkte bis 2004 am Unfallkrankenhaus als Referent des Klinik-Direktors.

Seitdem leitet er als Geschäftsführer die „Spitäler Hochrhein GmbH“ mit ihren beiden Krankenhäusern (Spitälern) in Waldshut und Bad Säckingen in Baden-Württemberg. Mit Strukturen, die denen im Landkreis Diepholz ähneln: An den Kliniken arbeiten rund 1000 Mitarbeiter, und der Umsatz ist mit rund 60Millionen Euro jährlich ähnlich wie im Landkreis Diepholz.

Allerdings liegt die Trägerschaft der „Spitäler Hochrhein“ in kommunalen Händen. Alleinige Gesellschafter des gemeinnützigen Unternehmens sind der Spitalfonds der Kreisstadt Waldshut (60 Prozent) und der Landkreis Waldshut (40 Prozent). Zum Unternehmen gehören zwei Krankenhäuser, ein medizinisches Versorgungszentrum sowie eine angegliederte Fachschule für Pflege mit insgesamt 105 Ausbildungsplätzen.

In sogenannten „Standortkonferenzen“ informierte Alexianer-Geschäftsführer Andreas Barthold gestern gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Thomas Pilz und dessen Nachfolger Uwe Lorenz alle Mitarbeiter in den vier Kliniken über den Wechsel.

Der vollzieht sich in einer denkbar schwierigen Zeit. Denn die Alexianer-Geschäftsführung hat vom Kreistag einen intensiven Arbeitsauftrag erhalten (wir berichteten). „Wir sehen das als Chance, ergebnisoffen alle verschiedenen Strömungen, die auf uns zukommen, prüfen zu können“, bewertet Alexianer-Geschäftsführer Andreas Barthold diesen Auftrag. Zwei Punkte sind es, die zurzeit aktuell sind – zum einen Gespräche mit der Berufsgenossenschaft über die Strukturen an der Sulinger Klinik und zum anderen ist es die Frage, ob es an der Klinik Diepholz eine interdisziplinäre Chirurgie geben kann. „Das Prüfergebnis ist noch nicht da“, erklärte Barthold.

Er verriet gestern aber auch, wie der Kontakt zu Uwe Lorenz entstanden ist: „Er hatte sich bei den Alexianern um eine andere Stelle beworben“, erklärte Barthold. Nach Rücksprache mit allen Beteiligten war klar, dass Lorenz die Geschäftsführung im Landkreis Diepholz übernehmen soll. Thomas Pilz hat sich, so erklärte er gestern, noch nicht für eine neue berufliche Herausforderung entschieden. Er will seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegen – und freut sich nach Jahren der Wochenend-Ehe auf das neue Familienleben.

Was hätte der langjährige Geschäftsführer noch gern verwirklicht? Er nimmt den Neubau der Psychiatrie in Bassum in den Blick: „Es ist schön zu sehen, was aus der Ursprungsidee geworden ist“, so der 52-Jährige zu dem fast fertiggestellten Klinikkomplex. Besonders für diesen Neubau hatte sich Pilz eingesetzt, als bundesweit neue Strukturen signalisiert wurden – die sich am Ende bestätigten: „Der Gesetzgeber hat sich bewegt“, so Andreas Barthold. Den neuen Regelungen könne man mit den baulichen Strukturen in Twistringen nicht Rechnung tragen. Noch in diesem Jahr soll die Psychiatrie von Twistringen nach Bassum umziehen.

„Wir hätten uns auch ein Pflegezentrum gewünscht“, blickt Barthold auf die politisch gescheiterten Pläne, das Twistringer Krankenhaus in einen Ausbildungsstandort zu verwandeln.

Reaktionen

Landrat Cord Bockhop, Volker Meyer und Frank Seidel sitzen im Aufsichtsrat der Alexianer-Kliniken im Landkreis Diepholz. In dieser Funktion haben sie Schweigepflicht, nehmen auf Anfrage dieser Zeitung aber in anderer Funktion Stellung zur Kündigung von Thomas Pilz.

Als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion bedauert Volker Meyer den Abschied von Pilz. „Er hat zwölf Jahre voll engagiert sehr gute Arbeit geleistet“, sagt Meyer. „Wir, die CDU-Kreistagsfraktion, hätte ihn gern behalten. Denn was er an Zuschüssen für die Strukturveränderungen an den Kliniken in den Landkreis geholt hat, sucht seinesgleichen.“ Volker Meyer hält Uwe Lorenz als Nachfolger für eine gute Wahl. Als oberster Repräsentant des Landkreises Diepholz dankt Landrat Cord Bockhop dem scheidenden Klinikverbund-Geschäftsführer ausdrücklich. „Ich freue mich aber auch“, so Bockhop, „dass Thomas Pilz nach anstrengenden, stressigen Jahren jetzt verdientermaßen mehr Zeit mit seiner Familie verbringen kann“. Er sei froh, so Bockhop, dass mit Uwe Lorenz ein kompetenter Fachmann folge, der eine emotionale Bindung zu seiner alten und neuen Heimat habe.

„Ich empfinde große Dankbarkeit gegenüber Herrn Pilz“, erklärt Frank Seidel in seiner Funktion als stellvertretender SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender. „Ich respektiere seine Entscheidung und wünsche ihm privat wie beruflich alles Gute.“ Uwe Lorenz wünscht er, dass er das Schiff gut steuert: „Da bin ich zuversichtlich.“

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