Christa Kastens leitet Hospiz-Gruppe

Als Lohn reicht schon ein Lächeln

Christa Kastens im heimischen Wohnzimmer.

Leeste - (sie) „Ich habe mein ganzes Leben lang stets Menschen begleitet“, sagt Christa Kastens über ihre Berufung. Dass die 67-Jährige seit einigen Jahren die Weyher Hospiz-Gruppe leitet, passt irgendwie ins Bild: „Ich stehe Menschen bei, die sich in ihrem letzten Lebensabschnitt befinden.“ Für ihr Engagement verlieh Bürgermeister Frank Lemmermann ihr gestern Abend im Weyher Rathaus den Titel „Weyher des Jahres“.

Die 67-Jährige gibt sich bescheiden: „Die Auszeichnung habe ich nur angenommen, weil dadurch die Arbeit der Weyher Hospizidee gewürdigt wird. So kann ich mich bei den Leuten für das entgegen gebrachte Vertrauen bedanken.“

Warum Christa Kastens bei der Weyher Hospizgruppe mitmacht? „Ich möchte meine Erfahrungen und mein Wissen weitergeben für die Menschen am Ende ihrer Lebenszeit“, sagt sie. Diese besondere Art der Lebensbegleitung sei eine Aufgabe, die ihr das Leben selbst angeboten habe. Christa Kastens, 1941 in Leeste geboren, hat zwei Kinder groß gezogen und später viele Jahre ihre eigenen Eltern betreut. Zwischendurch half sie ihrem Ehemann Martin in seinem Zimmereibetrieb.

Die Arbeit im Hospiz Weyhe sei „keine Sterbe- sondern eine Lebensbegleitung.“ Aufdrängen wollen die Hospizmitarbeiter sich nicht. Christa Kastens und ihre Mitstreiter können jedoch auf Wunsch, nicht nur schwerstkranke Menschen, sondern auch deren Angehörige betreuen. Gegenleistungen fordern sie für ihren Dienst nicht. Als Lohn reicht schon ein Lächeln.

Wie die anderen Hospizmitarbeiter auch hat Christa Kastens einen speziellen Kurs absolviert, um für ihre Aufgabe gut gerüstet zu sein. Christa Kastens: „Mich erfüllt die Aufgabe. Ich selbst wachse daran und lerne mich selbst kennen, wenn ich Menschen begleite. Außerdem gewinne ich daraus Erkenntnisse, um im meinem persönlichen Umfeld etwas zu verändern.“ Deshalb suche sie immer wieder ihren „inneren Frieden“. Warum? „Wäre ich etwa ein Gnatterheini und würde andere schikanieren, dann hätten Menschen später nicht unbedingt Lust, mir zu helfen.“

Doch auch für unzufriedene, kranke Menschen gibt es bei Hospiz in Weyhe Hilfe. Kastens: „Denn die haben eine gewisse Wut im Inneren. Sie und ihre Angehörigen bedürfen einer besonderen Begleitung.“

Seit der Gründung der Gruppe im Jahr 1997 habe es stets 15 Mitarbeiter gegeben, die sich um die Belange der Menschen gekümmert haben. Ein großer Ansporn sei für Kastens dabei der Weyher Hospiz-Gründer Peter-Christian Horn gewesen, „der mich immer wieder ermutigt hat“. Im Laufe der Zeit habe der Verein 150 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet.

Ein halbes Jahr vor dem Tod ihrer Mutter ist Christa Kastens als pflegende Angehörige selbst an ihre Grenzen gekommen. Deshalb kann die Hospiz-Vorsitzende nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die Ähnliches erleben. „Man kommt oft allein nicht drauf, Hilfe zu holen“, sagt sie.

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