Familie Unger aus Gessel hat einen Steinmader großgezogen – muss ihn nun aber wieder abgeben

„Am liebsten mag Milla Katzenfutter“

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Silvia Unger und ihre beiden Töchter Lea und Elin (v.l.) retteten Steinmader Milla davor, auf der Straße überfahren zu werden. Nachdem sie das Tier in Pflege genommen haben, müssen sie es nun aber wieder abgeben. ·

Syke - Von Heiner BüntemeyerGESSEL · Zwei kleine braune Knopfaugen schauen aus dem geräumigen Käfig heraus, den Thorsten Ott extra für Milla angefertigt hat. Milla ist ein putzmunterer, gut zwei Monate alter Steinmarder, den Silvia Unger und ihre beiden Töchter Elin (8) und Lea (13) großgezogen haben.

Silvia Unger war auf dem Weg nach Syke, als sie auf Höhe des Kreismuseums ein kleines Etwas entdeckte, das auf der Fahrbahn lief und drohte, von einem Auto überfahren zu werden. Sie hielt an, nahm das Tier in die Hände und bemerkte, dass es noch sehr jung sein musste und einen Schwanz hatte, der länger war als der Rest des Körpers. Sie fuhr zum Tierpark Petermoor in Bassum, wo sie den Mader Dr. Ralph Schuder vorstellte. Der Tierarzt untersuchte, impfte und befreite das Tier von vier Zecken. Dann gab er Silvia Unger Ernährungstipps für das Steinmarder-Mädchen.

Zunächst rückten für Milla die fünf Meerschweinchen enger zusammen, eines der beiden Häuser mussten sie räumen. Milla wurde aufmerksam betreut, zunächst erhielt sie Katzenmilch, inzwischen auch Steinmarder-Futter. Das frisst sie aber nur, wenn es nichts anderes gibt. „Am liebsten mag sie Katzenfutter“, berichtet die achtjährige Elin, die Milla auch schon mit in die Schule nehmen durfte.

Milla fühlt sich in ihrem geräumigen Käfig wohl. Sie huscht über den Boden, an den Wänden hoch und springt ans Gitter oder versteckt sich in ihrem Schlafraum. Sie spielt mit Stofftieren und schleppt Kissen von einer Ecke in die andere.

Wenn Silvia Unger sie ruft, kommt sie. Natürlich geht auch bei Milla die Liebe durch den Magen. Inzwischen wird sie auch mit Eintagsküken gefüttert, die sie vertrauensvoll zunächst in Silvia Ungers Kapuze legt.

Mittlerweile ist sie herangewachsen und Silvia Unger und ihre Töchter machen sich Gedanken über die Zukunft ihrer kleinen Freundin. So schwer ihnen der Gedanke auch fällt, aber sie wissen, dass sie Milla nicht behalten können. „Milla ist kein Haustier“, weiß Lea.

Tierpark oder

auswildern?

Die Frage ist nur, ob sich ein Tierpark meldet, der Milla übernehmen und artgerecht halten würde, oder ob und wie sie Milla auswildern. Silvia Unger hat sich schon bei einem Förster informiert, der sie beruhigte, weil er keine Probleme sieht, wenn der kleine Frechdachs in einem Wald ausgewildert würde. „Der Steinmarder ist kräftig genug und würde in Freiheit überleben.“ Aber auch nur, weil Silvia Unger ihn als „Kleinkind“ vor dem Überfahrenwerden rettete.

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