Kenianischer Lehrer Peter Kibuiya zu Gast am Gymnasium

Liebeserklärung an den Norden

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Frieren für den Fotografen: Peter Kibuiya macht den Spaß mit. Der Kenianer nimmt nach drei Wochen in Syke aber auch viele erwärmende Erlebnisse mit auf die Heimreise. ·

Syke - Von Frank Jaursch SYKE · Vier Grad. Nebel. Nicht das ideale Wetter für einen Fototermin mit einem Mann, der daheim das ganze Jahr über im Schnitt Temperaturen von mehr als 20 Grad hat. Aber Peter Kibuiya ist vorbereitet – mit einem dicken Pullover. „Kein Problem“, lächelt der 41-Jährige. Er hat gelernt, sich auf Deutschland  einzustellen.

Drei Wochen lang war der Kenianer hier zu Gast, im Rahmen des „Pädagögischen Austausch-Dienstes“. Heute ist sein letzter Tag am Gymnasium. „Es war eine tolle Zeit“, blickt Kibuiya im Gespräch mit der Kreiszeitung zurück.

Seit etwa 15 Jahren ist er Deutschlehrer, unterrichtet normalerweise Deutsch als Fremdsprache in der Nähe der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Am dortigen Goethe-Institut studierte er Deutsch, erwarb in Deutschland sein Lehrer-Diplom. Einige Monate lebte er in München und Berlin.

Sein insgesamt vierter Deutschland-Aufenthalt bringt ihn erstmals „aufs Land“: Untergebracht ist er bei Wiebke und Olaf Westermann in Neubruchhausen. „Ich habe viel vom Landleben mitbekommen“, berichtet Kibuiya. Der Zusammenhalt, die besondere Atmosphäre – „das ist ganz ähnlich wie bei uns“.

Die vergangenen knapp drei Wochen hat der Besucher aus Afrika genutzt, um viele Eindrücke aufzunehmen und zu verarbeiten. „Ist spannend, zuzusehen, wie hier der Unterricht durchgeführt wird“, sagt er und erkennt auf Anhieb grundlegende Unterschiede. „Die Schüler nehmen hier mehr am Unterricht teil.“ In Kenia werde der Unterricht bislang frontaler gestaltet, Diskussionen würden eher als Disziplinlosigkeit aufgefasst. „Zum Glück ändert sich das aber  allmählich.“

Eine ganze Reihe von Schulstunden verfolgte Kibuiya als stiller Beobachter, einige Male aber wurde er selbst zum Unterrichtsobjekt – und das sehr gern. „Einer fünften Klasse durfte ich mein Land vorstellen. Die Kinder waren begeistert, sie haben viele Fragen gestellt.“ Die Neugierde der Kinder war ein schönes Erlebnis, sagt der 41-Jährige. „Einige wollten sogar Suaheli von mir lernen.“

Das Fazit von Kibuiya für seinen Deutschland-Besuch fällt fast wie eine Liebeserklärung für den Norden aus: „Hier sind die Leute viel freundlicher als im Süden, viel weltoffener auch“, sagt er. Am wenigsten habe ihm der Osten Deutschlands gefallen – auch wenn er zu keinem Zeitpunkt Fremdenfeindlichkeit zu spüren bekommen habe.

Wichtiger Nebeneffekt seines Aufenthalts: Peter Kibuiya vertiefte seine Sprachkenntnisse. Es sei mittlerweile leicht, den Gesprächen zu folgen. Den Sykern attestiert er „ein gutes Deutsch“, ganz im Gegensatz zu Erlebnissen, die er in München hatte. „In Bayern war das manchmal nicht so einfach.“ Aber das geht ja auch Deutschen mitunter nicht anders.

Morgen fliegt er zurück in seine Heimat, zu seiner Frau und drei Kindern. Im Gepäck hat Peter Kibuya viele neue Erfahrungen, Erinnerungen und erwärmende Erlebnisse. Auch wenn er die bei derzeit 25 Grad in seiner Heimat zum Aufwärmen nicht benötigt.

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